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Warum gibt es die
3 Kategorien der Altersvorsorge
(Schichten)

 

Anfang der 2000er hat der Gesetzgeber festgestellt, dass der Generationenvertrag in der gesetzlichen Rentenversicherung aufgrund des demographischen Wandels dringend einer Anpassung bedarf. Die Finanzierung der zukünftigen Renten war allein durch die Beiträge der aktuellen Beitragszahler nicht mehr möglich. Die zu erwartenden Alterseinkünfte der zukünftigen Rentner würden so gering sein, dass die Versorgungslücke der Rentner durch die staatlichen Sozialsysteme gedeckt werden müsste. Die Gesamtsituation war also sehr bedrohlich.

Wie steht es um das gesetzliche Rentensystem heute?

Im Jahr 2018 wurden im deutschen Bundeshaushalt insgesamt 329,1 Mrd. Euro ausgewiesen, wovon 94 Mrd. für die Bezuschussung der Gesetzlichen Rentenversicherung verwendet worden sind. Trotz der Gesetzesänderungen steigt die finanzielle Belastung enorm. Für das Jahr 2021 sind Zuschüsse in Höhe von 103.4 Mrd. Euro eingeplant.

 Achtung: Schon heute sind über eine halbe Millionen Rentner auf Grundsicherung im Alter angewiesen, was sozusagen dem „Rentner-Hartz4“ entspricht. Würden Sie mit folgenden Monatseinkommen das Leben im Alter führen können, das Sie sich wünschen?

Im Jahr 2019 werden für den gesamten Lebensunterhalt für Alleinstehende 424 € und für Eheleute 764 € monatlich plus einer angemessenen Mietzahlung kalkuliert. Ein Bedürftiger darf dabei nicht über mehr als 5.000 € Vermögen verfügen. Das ist ein Leben am Existenzminimum. Bis zum Tod.

Übrigens entspricht dieses Existenzminimum der zu erwartenden gesetzlichen Rente jener fleißigen Beitragszahler, die ganze 45 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt haben und dabei immer ca. 2.000 € (heutige Kaufkraft) netto verdient haben.

Grobe Kalkulation: 400 € günstige Miete und 424 € für Lebensunterhalt entsprechen 824 € aus der Sozialleistung und ebenfalls ungefähr 40 % des durchschnittlichen Netto’s von 2.000 €.

Die aktuelle Durchschnittsrente in Deutschland beträgt:

Alte Bundesländer Männer: 1.095 €
Neue Bundesländer Männer: 1.198 €
Alte Bundesländer Frauen: 622 €
Neue Bundesländer Frauen: 928 €

Hiervon sollten noch etwa 10 % für Steuern und Sozialabgaben abgezogen werden, zumindest wenn die Rente über den monatlichen Grundfreibetrag von etwa 760 € liegt.

Wenn Sie genauere Informationen zum Stand Ihrer gesetzlichen Rente haben möchten, klicken Sie bitte HIER.

Um diese Situation für den Staatshaushalt zumindest zu verbessern, wurden 2004-2005 zwei neue Gesetze erlassen.

 

1.Gesetz zur Entlastung der Rentenkasse – Der „Nachhaltigkeitsfaktor“ für die Rentenformel

Zunächst wurde die Rentenformel, wonach sich die Rentenhöhe der Rentner berechnet, durch ein „Gesetz zur Sicherung der nachhaltigen Finanzierungsgrundlagen der gesetzlichen Rentenversicherung“ (BGBl. 2004 I S. 1791, §68 Absatz 4 Sechstes Sozialgesetzbuch) verändert. Das bedeutet: Der neue „Nachhaltigkeitsfaktor“ für die Rentenanpassungsformel führt dazu, dass bei der Berechnung der jährlichen Rentenerhöhung der demographische Wandel und die wirtschaftliche Entwicklung der Rentenkasse berücksichtigt wird. Die Rentenerhöhung wird also immer geringer ausfallen, da immer weniger Renten Einzahler immer mehr Rentner finanzieren müssen und dadurch die Wirtschaftlichkeit der Rentenkasse immer schlechter werden wird.

Abb. Oft wird nicht erwähnt, dass der technologische Fortschritt die Produktivität der Erwerbstätigen erhöht. Dadurch wird der negative Effekt der Überalterung der Gesellschaft abgeschwächt. Trotzdem bleiben die auf Fakten basierenden Prognosen negativ für das deutsche Rentensystem.

 

Dieser 2004 neu eingeführte „Nachhaltigkeitsfaktor“ reduziert die gesetzlichen Renten der Zukunft auf einem recht fairen Niveau. Warum ist der Gesetzgeber so vorsichtig beim Kürzen der Renten?

Gründe:

  • Die heutigen Rentner haben sich in der Vergangenheit zum Großteil ausschließlich auf die gesetzliche Rente verlassen und sind heute von den Zahlungen abhängig.
  • Die Wählergruppe der über 60jährigen ist mit 22,3 Millionen von insgesamt 64,8 Millionen Wahlberechtigten in Deutschland die größte Wählergruppe.
  • Gesellschaftlich gesehen, haben diese Menschen ihre Rente durch lange, harte Arbeit verdient.
  • Außerdem hat der Staat Ihnen niemals signalisiert, dass die gesetzliche Rente zum Halten des Lebensstandards im Alter nicht ausreichen würde. Sie tragen nur wenig Verantwortung dafür, dass Sie nicht privat vorgesorgt haben.

ACHTUNG:

Anders ist es bei den heute unter 60-jährigen. Inzwischen hat der Staat spätestens seit 2005 deutlich gemacht, dass jeder Bürger auf eine eigenverantwortliche Altersvorsorge angewiesen ist. Der Gesetzgeber hat den Ball den Bürgern zugespielt und wird dadurch zukünftig deutlich stärkere Rentenkürzungen vornehmen können. Doch das wissen Sie ja bereits, denn sonst würden Sie diesen Text nicht lesen.

 

2.Gesetz zur Entlastung der Rentenkasse – das Alterseinkünftegesetz

Die Änderung der Rentenanpassungsformel allein reicht nicht aus, um das Finanzierungsproblem der zukünftigen Renten zu lösen. Der Gesetzgeber musste also Anfang der 2000er die Bürger Deutschlands dazu bewegen, die immer größer werdende, finanzielle Versorgungslücke im Alter, durch private Altersvorsorgen zu decken. Gleichzeitig konnte er die bisherigen Steuervorteile nicht mehr aufrechterhalten, da er auf die Steuereinnahmen nicht länger verzichten konnte.

Was macht der Gesetzgeber, wenn er zukünftig deutlich mehr Steuereinnahmen benötigt, um das Rentensystem mit finanziellen Zuschüssen am Leben zu erhalten?

  • Bis Ende 2004 waren alle Einkünfte aus Kapitallebens- und private Rentenversicherungen vollständig steuerfrei, wenn der Vertrag länger als 12 Jahre lief und mindestens 5 Jahresbeiträge geleistet worden sind. Diese Steuerfreiheit gibt es bei neuen Vertragsabschlüssen seit dem 01.01.2005 nicht mehr.
    Die Versicherungsindustrie nennt die vor diesem Datum abgeschlossenen Verträge „Altverträge“.
  • ACHTUNG: Viele steuerbegünstigte „Altverträge“ wurden nach „Verkäuferberatung der Versicherungsindustrie“ gekündigt und in einen Rürup-Vertrag, eine Riester-Rente oder betriebliche Altersvorsorge geändert. Das ist in meinen Augen eine Falschberatung und grenzt an Betrug am Kunden!

  • Tipp: Wenn Sie zwischen 2005 und 2007 einen Vertrag abgeschlossen haben, mit dem Sie heute nicht mehr zufrieden sind, können Sie ggf. eine Rückabwicklung des Vertrages einklagen. Es gibt höchstrichterliche Urteile dazu und spezialisierte Anwaltskanzleien.

Beides finden Sie in Google.

Was macht der Gesetzgeber also, wenn er die Menschen zum Abschluss einer privaten Altersvorsorge animieren möchte, obwohl er die bisherigen Steuervorteile abgeschafft hat?

  • Er bietet besonders komplizierte Förderungen und steuerliche Behandlungen für die eigenverantwortlichen Altersvorsorgen, um die Bürger zu Neuabschlüssen zu bewegen.

Doch was macht der Gesetzgeber, wenn er durch dieses Gesetz eigentlich die Belastung für den Staatshaushalt reduzieren möchte?

  • Er sagt den Sparern einige Zulagen und Steuerersparnisse für die Einzahlungsphase bis Renteneintritt zu, die er sich allerdings während der Auszahlungsphase wieder rückvergüten lässt. Die Staatskasse wird per Saldo somit nicht belastet.

Für den Staatshaushalt ist es wichtig, dass möglichst wenig Bundesbürger in die Grundsicherung für Rentner rutschen, weil das die Haushaltskasse massiv belastet. Somit ist jeder Abschluss einer eigenverantwortlichen Altersvorsorge für die Staatskasse ein Gewinn. Wenn Sie also Staat mit Nachnamen heißen, machen Sie bereits alles richtig.

 

Der Einfluss der Versicherungslobby auf die Gesetze:

Zum Nachteil der Bundesbürger wurden die Versicherungsunternehmen bei der Ausarbeitung des Alterseinkünftegesetzes bzw. der 3 Schichten der Altersvorsorge zu stark mit einbezogen. Das Fachwissen unter den Politikern und selbst in den Fachausschüssen, war einfach zu gering. Das Finanzierungsproblem für unsere gesellschaftliche Rentenkasse zu lösen und gleichzeitig kundenfreundliche Lösungen für die Kunden zu entwickeln, war zugegebenermaßen eine große Herausforderung. Der größte Profiteur dieses neuen Gesetzes ist und bleibt die Versicherungsindustrie.

Diese Aussage wird sehr gut durch den folgenden Fun-Fact untermauert:

Der namensgebende Politiker Walter Riester (Riester-Rente) war als gelernter Fliesenleger maßgebend an der Entwicklung der Riester-Rente beteiligt. Neben seiner Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter arbeitete er daraufhin als sehr gut bezahlter Referent in der Finanzdienstleistungsbranche. Inzwischen ist er im Aufsichtsrat des Finanzdienstleister Union Asset Management Holding. Transparency International bezeichnet ihn als „Beispiel für politische Korruption“.

Der namensgebende Politiker Bert Rürup war beim AWD im Jahr 2009 Chefökonom und für die Erschließung „neuer Märkte“ verantwortlich. Bis 2012 arbeitete er in der MaschmeyerRürupAG. Herr Rürup kann als einflussreicher und angesehener Wissenschaftler bezeichnet werden, seine Nähe zur Versicherungsindustrie wurde aber von Transparency International ebenfalls klar kritisiert. 

 

Was haben die Gesetzesänderungen bewirkt? Wer sind die Profiteure?

 

1. Profiteur: Der Staat

Der Staatshaushalt profitiert von den Gesetzesänderungen. Ohne die Gesetzesänderungen aus 2005 wäre der notwendige Zuschuss für die gesetzliche Rentenkasse wohl bei 95 Mrd. Euro jährlich und somit ca. 35% höher als die heute notwendigen 70 Mrd. Euro. Zukünftig kommen erhöhte Steuereinnahmen der Staatskasse zugute, da die Steuervorteile ab 01.01.2005 für Sparer nicht mehr verfügbar sind.

 

  1. Profiteuer: Die Versicherungsindustrie

Im Jahr 2000 standen die Versicherungen vor einem großen Problem. Sie hatten in den letzten Jahrzenten über 63 Millionen Lebensversicherungen an ihre Kunden verkauft. In den meisten Verträgen wurden den Kunden Zinssätze von 5% und mehr versprochen, was zukünftig für die Versicherungen nicht mehr zahlbar sein würde. In diesem Jahr gab es nur 10 Millionen private Rentenversicherungen.

Im Jahr 2005, also nachdem die neuen Gesetze verabschiedet wurden waren, hatten sich bereits über 8 Millionen Kunden von ihren steuerfreien und gut verzinsten Lebensversicherungen getrennt. Im gleichen Zeitraum kamen 14 Millionen private Rentenversicherungen hinzu.

Heute sind es noch magere 26 Millionen Lebensversicherungen aus der alten Zeit, welche die Versicherungen im Bestand haben. Dafür gibt es nun 43 Millionen Rentenversicherungen, wovon die meisten aus Rürup (2,1 Mio.), Riester (16,6Mio.), Betriebliche (15,7Mio.) oder Andere mit „Garantierten Wertverlust“ (5Mio.) bestehen. Im Jahr 2018 wurden weitere 4,9 Millionen dieser Versicherungen abgeschlossen.

 

Natürlich sind in den 13 Jahren von 2005 bis 2018 einige Lebensversicherungen zu einer normalen Auszahlung gekommen, weil der Versicherungsnehmer das Geld für seine Rente haben wollte. Der weitaus größte Teil aber ist auf die Verkaufsaktivitäten der Versicherungen zurück zu führen. Hier wurde am gleichen Kunden mehrfach verdient, da man ihm neue Verträge verkauft hat.

 

In meinen Augen ein Skandal:

Der große Verlierer: Der Sparer!

Wenn der Staat und die Versicherungen von der Gesetzesänderung profitieren, ist es fast logisch, dass der Sparer verliert. Irgendwer muss die Besserstellung der anderen beiden beteiligten Parteien ja finanzieren. Da die Sparer keine starke Lobby haben, müssen Sie persönlich Verantwortung für ihre finanzielle Zukunft übernehmen. Gut, dass Sie sich bereits persönlich informieren.

Die Sparer müssen sich mehr denn je mit der eigenverantwortlichen Altersvorsorge auseinandersetzen. Sie müssen das richtige Produkt wählen und eine renditeoptimierte Geldanlage wählen. Nur so können Sie die immer größer werdende finanzielle Versorgungslücke im Alter entscheidend verringern.

Aufgrund der Fehler bei der Gesetzesausarbeitung (Fokus auf Staatskasse, Fokus auf Versicherungsunternehmensinteressen, KEIN Fokus auf Sparer) und der europäischen 0%-Zins Politik ist der einzig wirtschaftlich effektive Weg eine private Altersvorsorge der Schicht 3 ohne teuren „Garantiebaustein“(oder wie ich ihn nenne „Garantierter-Wertverlust- Baustein“).