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Rohstoff ETFs

Autor: Nico Hüsch
Rohstoff-ETF

Vergangene wie aktuelle Krisen (oder Kriege) haben gezeigt: Wenn Geld an Kaufkraft verliert, oder die Aktienkurse (stark) abfallen, steigen in aller Regel die Rohstoffpreise. Als Beimischung im Portfolio können Rohstoffe also durchaus zu mehr Diversifikation beitragen. 

Besonders einfach geht das mit Rohstoff ETFs – z. T. auch ETCs genannt. Wichtig ist dabei, dass Sie die Rohstoffe, in die Sie investieren, auch wirklich verstehen – z. B. die Besonderheiten, die mit der Produktion zusammenhängen, oder die politischen Zusammenhänge wie beim Ölpreis.

Was genau ist ein ETC? Wenn Sie als Anleger nur in einen Rohstoff investieren wollen, – z. B. Öl, Gold oder Lithium – dann geht das nur mit einem ETC (Exchange Traded Commodity). Das hat rechtliche Gründe, denn ein ETF ist immer ein Investmentfonds, der in verschiedene Unternehmen investiert.

Im Folgenden beantworten wir deshalb die wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit einem Investment in Rohstoff-ETFs.

Exkurs: Unterschied zwischen Rohstoff-ETF & -ETC?

Rohstoff-ETFs bildet immer die Wertentwicklung eines Rohstoffindex ab

So investiert ein Öl-ETF in viele verschiedene Unternehmen, die im Ölgeschäft tätig sind. Ein Öl-ETC hingegen ist eine “Inhaberschuldverschreibung”. Damit investieren Sie direkt in den Rohstoff und dessen Preisentwicklung selbst.

Als Faustregel gilt:

  • Ein Rohstoff-ETF investiert in Unternehmen, deren Geschäft zu einem genau definierten Anteil aus der Gewinnung, Verarbeitung, Förderung etc. des Rohstoffs besteht.
  • Ein Rohstoff-ETC investiert praktisch direkt in den Rohstoff. Sie besitzen diesen i.d.R. zwar nicht physisch, aber der ETC bildet die Preisentwicklung des Rohstoffes fast 1:1 ab.

Tipp: Achten Sie also beim Investieren in Rohstoffe immer auf die Endung Ihres Finanzproduktes.

Warum in Rohstoff ETFs investieren?

Die zwei Hauptargumente für Rohstoff-ETFs lauten: 

  1. Inflationsschutz
  2. Diversifikationsvorteil

Zu 1.: Als Inflationsschutz dienen Rohstoff-ETFs oder -ETCs deshalb, da bei steigender Inflation in der Regel die Preise für Rohstoffe steigen.

Zu 2.: Einen Diversifikationsvorteil können Anleger mit Rohstoff-ETFs oder ETCs erzielen, da Rohstoffe mit Aktien negativ korrelieren. Soll heißen: Wenn die Aktienkurse fallen, steigen die Preise für Rohstoffe. Ihre Wertentwicklung verläuft also gegensätzlich.

So kann der richtige Mix an Rohstoff-ETFs (bzw. ETCs) im Portfolio starke Schwankungen ausgleichen.

Korrelation zwischen Assetklassen bzw. Anlageklassen

Mehr dazu erfahren Sie im Ratgeber über Assetklassen.

Rohstoff ETFs – Vorteile & Nachteile

Als Einzelanlage weisen Rohstoffe dagegen ein hohes Klumpenrisiko auf (wie Einzelaktien) und sind daher für die meisten Privatanleger nicht empfehlenswert. Als Beimischung (zu etwa 5–10 %) im ETF-Portfolio können sie jedoch zur Diversifikation beitragen. 

Hier sehen Sie die wichtigsten Vor- und Nachteile, die Sie bei einem Investment in Rohstoff-ETFs beachten sollten.

Vorteile / ChancenNachteile / Risiken

  • Aufgrund der jüngsten Krisen (Corona, Ukraine) stiegen die Preise für einige Rohstoffe zwischen 2020 und 2022 stark an.
  • Bei einigen Rohstoffen (z. B. Palladium, Rhodium, Lithium) waren in den letzten 5 Jahren sehr hohe Renditen möglich.
  • Rohstoff-ETFs dienen als Inflationsschutz, da bei steigender Inflation in der Regel die Preise für Rohstoffe steigen.
  • Als Beimischung im Portfolio (etwa zu 5 % bis 10 %) können ETCs durchaus Diversifikationsvorteile bringen.
  • Rohstoff-ETFs streuen das Risiko i.d.R. besser als einzelne Rohstoff-Aktien.
  • Rohstoffe weisen im Schnitt eine schwache Rendite auf.
  • ETCs sind verbunden mit hohen Ausfallrisiken und haben teilweise lange Durststrecken.
  • Entwicklung der Rohstoffpreise sind oft schwer zu verstehen und z. T. äußerst intransparent.
  • Rohstoffe weisen als Einzelanlage ein hohes Klumpenrisiko auf.
  • Rohstoff-ETFs sind stark volatil und man braucht als Anleger starke Nerven.

Was ist ein Klumpenrisiko? Ein Klumpenrisiko besteht etwa dann, wenn Anleger ihr gesamtes Vermögen in nur eine Aktie, einen Markt oder eben einen Rohstoff investieren. Egal wie sicher die Gewinnchancen zum Zeitpunkt des Investments aussehen: Wer nur auf eine Karte setzt, kann schnell viel verlieren. Daher ist eine Faustregel beim Investieren die Diversifikation: die breite Streuung des Vermögens.

Welche Rohstoff ETFs gibt es?

Da sich Rohstoffe wie Öl, Gas, Kaffee oder Weizen nur schwer bis gar nicht lagern lassen, werden Rohstoff ETFs bis auf wenige Ausnahmen – wie z. B. Gold, das man auch physisch besitzen kann – indirekt gehandelt. Dabei werden Rohstoffe in vier bis fünf Gruppen eingeteilt: 

  • Energierohstoffe: z. B. Öl, Erdgas, Kohle etc.
  • Industriemetalle: z. B. Kupfer, Silizium, Nickel, Zinn etc.
  • Edelmetalle: z. B. Gold, Palladium, Platin etc. 
  • Agrarrohstoffe: z.B. Weizen, Kaffee, Baumwolle
  • Viehwirtschaft: z. B. Schweine, Rinder etc.

Rohstoff-ETF oder Rohstoff-Aktien? Lange Zeit investierten Kapitalanleger hauptsächlich in Rohstoff-Aktien, Rohstoff-Zertifikate und andere Papiere. Aber Investitionen in den Rohstoffmarkt gelten als riskant. Rohstoff-ETFs sind wesentlich komfortabler und risikoärmer. Das gilt auch im Vergleich zum Kauf physischer Rohstoffe. Mit Rohstoff-ETFs können Sie auf starke Indizes setzen, um von ansteigenden Rohstoffmärkten zu profitieren.

Nico Hüsch über Rohstoff-ETFs

„ETC und ETF auf Rohstoffe schwanken stark, da die Weltpreise sich innerhalb eines Jahres mehrmals komplett ändern können. Wir arbeiten diesbezüglich eher mit aktiven Investmentfonds, da hier Manager die Rohstoffmärkte vollzeit im Blick haben. Anders als im Aktienmarkt, erreichen hier viele Fondsmanager eine Überperformance. Sinnvoll eingesetzt, können Rohstoffe die Volatilität im Portfolio senken. Dennoch sollte man Rohstoff-ETFs grundsätzlich kritisch gegenüberstehen. Der ETF-Ansatz, berühmt durch den MSCI World, ist hier nicht gegeben. Rohstoff-Anlagen haben nichts mit der eigentlich sehr guten ETF-Idee zu tun, dass man einfach und kostengünstig sein Vermögen sehr breit streut. Mit Rohstoffen wird spekuliert. Das ist nur was für Profis. Anfänger sollten sich dabei nicht vom Begriff ETF blenden lassen.“

– Nico Hüsch, Geschäftsführer

Im Folgenden geben wir Ihnen ein paar Beispiele von viel gehandelten Rohstoff-ETFs.

Rohstoff ETF für Öl? ETC?

Der Trend geht zwar immer stärker zu erneuerbaren Energien. Dennoch ist Erdöl (Nordseesorte BRENT und US-Sorte WTI) nach wie vor der wichtigste Rohstoff weltweit. Eine Investition in einen “Rohstoff-Öl-ETF” ist auf zweierlei Arten möglich:

  • Öl-ETF, der Aktien von Unternehmen inkludiert, die sich mit Handel, Förderung oder Verarbeitung von Rohöl beschäftigen (Orientierung am Aktienindex).
  • Öl-ETC, der keine Aktien enthält, sondern den Ölpreis abbildet und sich an Rohstoff-Indizes orientiert.

Gut zu wissen: Durch die Ukraine-Krise 2022 sind die Ölpreise auf neue Rekordhöhen gestiegen. Am 07.03.2022 wurde der höchste Stand seit 2008 verzeichnet.

Rohstoff-ETF für Lithium? ETC?

Lithium, auch gerne als weißes Gold” des 21. Jahrhunderts bezeichnet, ist ein wichtiger Rohstoff für die Produktion von Batterien und Akkus. Lithium-ETFs lassen daher langfristig positive Werteentwicklungen und gute Renditen erwarten, weil… 

  • Lithium begrenzt in der Natur verfügbar ist.
  • der Abbau aufwendig ist.
  • die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen, Smartphone, Notebooks etc. zunimmt.

Gut zu wissen: Anders als bei Gold, Öl, Silber oder auch Kupfer ist ein direktes Investment in den Rohstoff über einen Lithium-ETC nicht möglich. Über den Umweg von sogenannten Batterie-ETFs ist ein Investment in Lithium jedoch möglich. Der bekannteste Lithium-ETF dürfte dabei der Global X Lithium & Battery Tech UCITS ETF sein.

Rohstoffe ETFs mit besonderem Potenzial?

Aufgrund der jüngsten Krisen – z. B. Krieg in der Ukraine, Lieferengpässe aufgrund Corona – war fast tagtäglich von rasanten Entwicklungen an den Rohstoffmärkten zu lesen. Dabei fällt auf, dass die Schwankungen der Rohstoffpreise oftmals erheblich sind. Das ruft weltweit Spekulanten auf den Plan, die diese Preisänderungen zu ihrem eigenen Vorteil nutzen möchten.

Tipp: Als interessierte Anleger ist für Sie dabei besonders wichtig, dass Sie die Rohstoffe, in die Sie investieren, auch wirklich verstehen. Der Preis für Öl oder Gas ist z. B. weniger dem freien Markt unterworfen und hängt vielmehr von politischen Faktoren ab.

Zudem gibt es eine Handvoll sehr begehrter und mitunter seltener Rohstoffe, die aufgrund der technologischen Entwicklung und zunehmenden Digitalisierung stark nachgefragt sind.

So weisen in Zukunft z. B. folgenden Rohstoffe ein besonderes Potenzial auf:

  • Seltene Erden (Scandium, Yttrium, Promethium)
  • Wasserstoff
  • Lithium
  • Silicium
  • Kupfer

Gut zu wissen: Wie bei jeder guten Geldanlage gilt auch bei Rohstoffen der Grundsatz: Niemals alles auf eine Karte setzen. Ein langfristiges Investment in ein breit diversifizierten Portfolio aus aktiven und passiven Investmentfonds gilt als Schüssel zum Erfolg. Rohstoff-ETFs sind für langfristig orientierte Anleger nur als Beimischung im ETF-Portfolio sinnvoll.

Fazit: Rohstoff ETF

Dank des anhaltenden Booms am Rohstoffmarkt ist es heutzutage recht einfach und komfortabel, mit ETFs in Rohstoffe zu investieren (oder mit ETC). So können Privatanleger an den Rohstoffmärkten agieren und von Kursentwicklungen profitieren – bei verhältnismäßig geringem Kapitaleinsatz und einem überschaubaren Risiko. 

Dazu sollten Sie als Anleger wissen:

  1. Mit einem Rohstoff-ETF oder ETC können Sie investieren, ohne die Rohstoffe physisch in Besitz nehmen zu müssen.
  2. ETFs sind fast auf jeden Rohstoff auf dem Markt ausgelegt. Es gibt eine große Auswahl an Produkten – auch an ETCs.
  3. Rohstoffpreise sind stark volatil, aber ETFs haben den Vorteil, einen Großteil dieses Risikos zu reduzieren.
  4. Rohstoff-ETFs investieren in viele verschiedene Unternehmen, die den Rohstoff verarbeiten, fördern, produzieren usw.
  5. Rohstoff ETCs investieren nur in den Rohstoff allein und bilden die Preisentwicklung ab.
  6. Rohstoff-ETFs und Rohstoff-ETCs unterscheiden Sie i.d.R. am Produktnamen – durch die Endung (“ETF” oder “ETC”).
  7. Generell gilt: Mit Rohstoffen wird spekuliert und der Markt ist nichts für Anfänger. Eine echte Streuung der Risiken (wie z.B. bei Welt ETFs) ist nicht gegeben und Anleger sollten sich nicht vom Begriff ETF täuschen lassen.
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FAQs – häufig gestellte Fragen

Der besondere Reiz von Rohstoff-ETFs liegt darin, dass sich die Rohstoffkurse in der Regel unabhängig von den Börsenkursen bewegen und so zum interessanten Gegenpol anderer Anlageklassen werden. Daher eignen sie sich zur Diversifikation des Portfolios. Zudem zählt Kapital aus Rohstoff-ETFs zum Sondervermögen (kein Emittenten-Risiko).
Es gibt unterschiedliche Kriterien, nach denen ein ETF bewertet werden kann.

1. Größe (gemessen am Fondsvolumen in EUR)
2. Rendite (Ein-Jahres-Fondsrendite zum 31.12. eines Jahres)
3. Kosten (gemessen an der Gesamtkostenquote)
4. Rohstoffart

Je nach persönlichem Schwerpunkt sollten Sie Ihre(n) Rohstoff-ETF(s) (oder ETC) auswählen.
Rohstoffe werden in vier bis fünf Gruppen eingeteilt: 

1. Energierohstoffe: z. B. Öl, Erdgas, Kohle etc.
2. Industriemetalle: z. B. Kupfer, Silizium, Nickel, Zinn etc.
3. Edelmetalle: z. B. Gold, Palladium, Platin etc. 
4. Agrarrohstoffe: z.B. Weizen, Kaffee, Baumwolle
5. Viehwirtschaft: z. B. Schweine, Rinder etc.

Je nach Rohstoff stehen Ihnen entweder ETFs oder ETCs als Investmentvehikel zur Verfügung.
Wenn Sie als Anleger nur in einen Rohstoff investieren wollen – z. B. Öl, Gold oder Lithium – dann geht das nur mit einem ETC (Exchange Traded Commodity). Das hat rechtliche Gründe, denn ein ETF ist immer ein Investmentfonds, der in verschiedene Unternehmen investiert.
Ein Rohstoff-ETF investiert in Unternehmen, deren Geschäft zu einem genau definierten Anteil mit der Gewinnung, Verarbeitung, Förderung etc. des Rohstoffs beruht. Ein Rohstoff-ETC investiert praktisch direkt in den Rohstoff. Sie besitzen diesen zwar nicht physisch, aber der ETC bildet 1:1 die Preisentwicklung des jeweiligen Rohstoffes ab.

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Informationen zu ETF-Portfolios und ETF-Empfehlungen:


Nico Hüsch

"Eine “Echte Anlageberatung” bedeutet für mich, dass unsere Kunden glücklich über Ihr individuelles Finanzkonzept sind. Ich möchte, dass wir besser sind als jede Versicherung, jede Bank und auch jeder Finanzvertrieb. Ich werde mit meinem Team unsere Kunden bei allen finanziellen Fragen für den Rest Ihres Lebens und darüber hinaus begleiten und unterstützen." Nach Abschluss seines Studiums zum Wirtschaftsingenieur an der Leuphana Universität in Lüneburg im Jahr 2012, setzte Nico Hüsch die bereits parallel zum Studium gestartete Tätigkeit als Unternehmensberater fort. Schwerpunkt seiner Beratungstätigkeit war die finanzielle Optimierung mittelständischer Produktionsunternehmen. Im Jahr 2015 fasste er den Entschluss, seine zukünftige Lebenszeit lieber echten Menschen zu widmen. Dafür suchte er das wachstumsstärkste Unternehmen am Finanzmarkt, analysierte dessen Anlagegrundsätze und wählte diejenigen aus, die zu seiner persönlichen Überzeugung am besten passten. Seitdem optimiert er die Finanz- und Anlagekonzepte von Privatpersonen. Schnell wurde ihm dabei klar, dass er diese Arbeit für den Rest seines Lebens machen wollte. Mit der Gründung der Nico Hüsch GmbH hat sich Nico Hüsch nach jahrelanger Vorbereitung seinen großen Traum erfüllt, denn heute kann er jeden Kunden frei und völlig unabhängig über die besten Möglichkeiten am Finanzmarkt informieren und beraten.