Multi-Asset-Portfolio: Wann ein Multi-Asset-Depot sinnvoll ist – und warum wir meist Bausteine statt Mischfonds bevorzugen
Zuletzt aktualisiert: 20. April 2026
51 Minuten Lesedauer
Ein Multi-Asset-Depot ist für uns kein Produkt von der Stange. Es ist ein flexibler Baustein im Finanzkonzept.
Auf dieser Seite erfahren Sie, für wen so ein Depot sinnvoll sein kann, wie wir Geldmarkt, Anleihen und Aktien in der Praxis einordnen und warum wir heute meist einzelne Bausteine einem klassischen Mischfonds vorziehen.
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Viele Menschen suchen nach einem Multi-Asset-Fonds, einem Mischfonds, einem Mischfonds ETF oder einem Multi-Asset-ETF und meinen im Kern etwas anderes: eine verständliche Lösung für Geld, das nicht einfach nur auf dem Konto liegen, aber auch nicht blind für Jahrzehnte festgelegt werden soll.
Genau darum geht es hier. Wir zeigen Ihnen, wie ein Multi-Asset-Portfolio sinnvoll aufgebaut werden kann, wo es im Finanzkonzept hingehört und woran man erkennt, ob ein Depot aus einzelnen Bausteinen besser passt als ein fertiges Produkt.
Erwähnt in Fach- und Wirtschaftspresse
Multi-Asset-Portfolio – ein echter Unterschied für die Kunden
Das richtige Multi-Asset-Depot macht in vielen Lebenssituationen einen echten Unterschied für die Kunden. Für mich ist das der vielleicht bedeutendste Baustein in einem Finanzkonzept.
Nico Hüsch
Honorarberater
Das Wichtigste in Kürze
Das Wichtigste in 20 Sekunden
Ein Multi-Asset-Portfolio ist kein Wundermittel. Es ist auch kein starres Standardprodukt. Sinnvoll wird es dann, wenn Geld flexibel bleiben soll, aber trotzdem eine klare Struktur braucht.
Ein Multi-Asset-Depot kombiniert mehrere Anlageklassen in einem Depot.
Meist geht es dabei um Geldmarkt, Anleihen und Aktien.
Es liegt oft zwischen Reserve und langfristigem Vermögensaufbau.
Also dort, wo Geld nicht sofort gebraucht wird, aber auch nicht vollständig für sehr lange Zeit gebunden sein soll.
Der große Vorteil ist die Anpassbarkeit.
Anders als bei einem Mischfonds können Gewichtungen gezielt verändert werden, wenn sich Lebensumstände verschieben.
Weniger Komplexität ist oft die bessere Lösung.
Drei sauber abgestimmte Bausteine können sinnvoller sein als zehn oder zwanzig Fonds ohne klare Aufgabe.
Entscheidend ist nicht das Produkt, sondern die Rolle des Geldes.
Ein gutes Multi-Asset-Portfolio wird nicht isoliert gebaut, sondern passend zu Reserve, Altersvorsorge, Immobilien und sonstigem Vermögen eingeordnet.
Was ist ein Multi-Asset-Portfolio überhaupt?
Ein Multi-Asset-Portfolio kombiniert bewusst mehrere Anlageklassen in einem Depot. In der Praxis heißt das für uns vor allem: Geldmarkt, Anleihen und Aktien übernehmen unterschiedliche Aufgaben und werden nicht zufällig nebeneinandergelegt, sondern mit klarer Funktion zusammengestellt.
Dabei ist nicht entscheidend, wie viele Produkte im Depot liegen. Entscheidend ist, ob die einzelnen Bausteine sinnvoll zusammenwirken und ob sie zur Lebensrealität des Kunden passen.
Unser Verständnis von einem Multi-Asset-Depot
Für uns ist ein Multi-Asset-Depot kein einzelnes Produkt, sondern eine Struktur.
Der Geldmarktbaustein steht für Stabilität, kurze Verfügbarkeit und Flexibilität. Der Anleihenbaustein bildet die wichtige Zwischenebene zwischen Liquidität und Aktienrisiko. Der Aktienbaustein übernimmt den renditeorientierten Teil des Portfolios.
Gerade diese Trennung macht das Depot nachvollziehbar. Man sieht eher, welcher Baustein welche Aufgabe erfüllt, wo Schwankungen herkommen und an welcher Stelle später Anpassungen sinnvoll sein können.
Was ist der Unterschied zwischen Multi-Asset-Depot, Mischfonds, Multi-Asset-Fonds und Multi-Asset-ETF?
Die Begriffe werden oft durcheinander verwendet. Inhaltlich ist es aber nicht dasselbe.
Ein Mischfonds oder Multi-Asset-Fonds ist meist ein einzelner Fonds, in dem ein Fondsmanagement mehrere Anlageklassen kombiniert. Ein Multi-Asset-ETF verfolgt eine ähnliche Idee, nur eben als ETF-Lösung.
Ein Multi-Asset-Depot funktioniert anders. Hier liegen die Bausteine getrennt im Depot. Genau dadurch wird sichtbarer, welcher Teil welche Aufgabe übernimmt und welche Gewichtung bei Bedarf angepasst werden sollte.
Das ist der eigentliche Unterschied. Wenn sich Ihre Lebenssituation ändert, lässt sich bei einem Depot aus einzelnen Bausteinen gezielt eine Quote verändern. Bei einem Ein-Produkt-Ansatz ist das deutlich unflexibler.
Warum wir Multi-Asset nicht mit möglichst vielen Produkten verwechseln
Viele Anleger verbinden Multi-Asset automatisch mit Komplexität. In der Beratung zeigt sich oft das Gegenteil.
Ein gutes Multi-Asset-Portfolio darf schlicht aussehen. Oft reicht ein Fonds je Assetklasse völlig aus, wenn die Bausteine sauber gewählt und sinnvoll gewichtet sind.
Wir haben uns bewusst dagegen entschieden, Portfolios künstlich kompliziert zu machen, nur damit Beratung umfangreicher wirkt. Der Mehrwert steckt nicht in der Zahl der Produkte. Er steckt in Klarheit, Verständlichkeit und einer sauberen Einordnung ins gesamte Finanzkonzept.
Warum diese Struktur heute für viele Kunden sinnvoller ist als früher
Mischfonds hatten ihren Platz. Wenn früher zwischen Tagesgeld und Aktienfonds eine Zwischenlösung gesucht wurde, war ein Mischfonds oft die naheliegende Antwort.
Heute ist die Lage eine andere. Informationen sind transparenter, Anleger besser informiert und unabhängige Honorarberatung ist für deutlich mehr Menschen erreichbar.
Darum bevorzugen wir in vielen Fällen heute ein Multi-Asset-Depot aus einzelnen Bausteinen statt eines einzigen Mischfonds. Nicht, weil Mischfonds grundsätzlich ausgeschlossen wären. Sondern weil die Depotlösung meist transparenter, flexibler und näher an der tatsächlichen Lebenssituation bleibt.
Begriffe im Detail erklärtMischfonds
Ein Mischfonds bündelt mehrere Anlageklassen in einem Produkt. Das ist bequem, aber oft weniger transparent, wenn es um Gewichtung, Anpassbarkeit und die tatsächlichen Renditequellen geht.
Multi-Asset-Fonds
Der Begriff wird häufig ähnlich wie Mischfonds verwendet. Gemeint ist meist ebenfalls ein einzelner Fonds, der mehrere Anlageklassen kombiniert und innerhalb bestimmter Bandbreiten steuert.
Multi-Asset-ETF
Ein ETF oder ETF-Konzept, das mehrere Anlageklassen in einer Lösung zusammenführt. Auch hier gilt: mehrere Anlageklassen in einem Produkt statt in getrennten Depotbausteinen.
Multi-Asset-Depot
Ein Depot mit klar getrennten Bausteinen, meist aus Geldmarkt, Anleihen und Aktien. Die Gewichtung lässt sich gezielt anpassen, und die Funktionen der einzelnen Teile bleiben besser nachvollziehbar.
Wo gehört ein Multi-Asset-Depot in ein ganzheitliches Finanzkonzept?
Ein Multi-Asset-Depot sollte nicht isoliert betrachtet werden. Die wichtigere Frage lautet nicht: Welcher Fonds ist gut? Sondern: Welche Aufgabe soll dieses Kapital überhaupt im Gesamtbild erfüllen?
Deshalb sehen wir ein Multi-Asset-Portfolio meist als Mittelbaustein zwischen Reserve und langfristigem Vermögensaufbau. Es ist weder einfach nur Tagesgeld mit etwas Rendite noch automatisch der richtige Platz für sehr langfristig gebundenes Kapital.
Reserve bleibt Reserve
Kurzfristig benötigtes Geld gehört in unserer Logik nicht in ein Multi-Asset-Depot. Dazu zählen echte Liquiditätsreserven, der Notgroschen und Beträge, die mit hoher Wahrscheinlichkeit bald gebraucht werden.
Dieser Teil des Vermögens hat eine klare Aufgabe:verfügbar sein. Mehr muss er nicht leisten. Ein Teil des Notgroschens kann auch in einem Geldmarktfonds innerhalt des Multi-Asset-Depots investiert sein.
Unseren Artikel zum Thema Reserve/ Notgroschen finden Sie [hier].
Das Multi-Asset-Depot ist der flexible Mittelbaustein
Ein Multi-Asset-Depot wird dann interessant, wenn Geld investiert werden soll, aber nicht vollständig für sehr lange Zeit festgelegt werden muss.
Gerade in solchen Situationen ist eine Aufteilung über Geldmarkt, Anleihen und Aktien oft sinnvoller als ein hartes Entweder-oder. Der große Vorteil: Diese Struktur lässt sich anpassen.
Wenn sich Ziele, Zeiträume oder Lebensumstände verschieben, kann nicht nur das Gesamtdepot neu gedacht werden. Auch die einzelnen Bausteine lassen sich anders gewichten. Und genau das ist in der Praxis häufig entscheidend.
Der langfristige Baustein folgt einer anderen Logik
Für sehr lange Anlagehorizonte zählen oft andere Dinge stärker. Dann geht es nicht nur um Schwankung und Verfügbarkeit, sondern auch um steuerliche Hüllen, Ablaufmanagement und die Frage, wie Kapital später entnommen werden soll.
Darum ist das Multi-Asset-Depot nicht automatisch die Endlösung für jeden Euro Vermögen. Es ist ein Baustein innerhalb eines größeren Konzepts, das Reserve, Depot, Vorsorge und sonstiges Vermögen sinnvoll zusammendenkt.
Keine starre Jahreszahl, sondern eine klare Aufgabe
Multi-Asset wird oft über Jahreszahlen erklärt. In der Praxis greift das zu kurz.
Der Geldmarktanteil kann sehr kurzfristige Verfügbarkeit abbilden. Der Anleihenanteil übernimmt eine Zwischenrolle. Der Aktienanteil kann auch längere Horizonte begleiten.
Entscheidend ist also weniger, ob jemand exakt drei, acht oder zwölf Jahre plant. Wichtiger ist, welche Aufgabe das Kapital erfüllen soll, wie flexibel es bleiben muss und welche Rolle es neben Reserve und langfristigen Bausteinen spielt.
Ein gutes Multi-Asset-Depot beginnt deshalb nicht mit der Fondsfrage, sondern mit einer Einordnungsfrage: Welches Geld soll flexibel bleiben, welches Geld darf stärker schwanken und welches Kapital sollte langfristig anders strukturiert werden?
Typische Fehler, wenn Reserve, Multi-Asset und langfristiger Vermögensaufbau vermischt werden
Ein häufiger Fehler ist, dass kurzfristige Liquidität, mittelfristige Ziele und langfristiger Vermögensaufbau in einem Topf landen. Dann wird ein Depot oft entweder zu defensiv oder zu riskant gebaut.
Ebenso problematisch ist es, langfristiges Kapital zu stark auf sofortige Verfügbarkeit auszurichten. Dann bleibt Potenzial liegen, obwohl eigentlich genügend Zeit für langfristig passendere Lösungen vorhanden wäre.
Umgekehrt kann es schaden, Kapital zu früh zu stark zu binden, obwohl in den nächsten Jahren größere Veränderungen wahrscheinlich sind. Genau deshalb ist die Einordnung in das gesamte Finanzkonzept wichtiger als die bloße Produktauswahl.
Für wen ist ein Multi-Asset-Depot sinnvoll – und für wen eher nicht?
Ein Multi-Asset-Depot ist nicht automatisch für jeden die beste Lösung. Es passt vor allem dann, wenn Kapital investiert werden soll, ohne es komplett ungenutzt liegen zu lassen oder vollständig langfristig festzulegen.
Entscheidend ist dabei nicht nur der Anlagehorizont. Mindestens genauso wichtig ist die Lebenssituation.
Für wen ist ein Multi-Asset-Depot sinnvoll – und für wen eher nicht?Typische Situationen, in denen ein Multi-Asset-Depot gut passt
Ein Multi-Asset-Depot passt häufig zu Menschen, die Vermögen sauber strukturieren wollen, aber noch nicht jeden Euro auf sehr lange Zeit fest binden möchten.
Das ist oft bei jüngeren Kunden der Fall, deren familiäre und wirtschaftliche Verpflichtungen noch nicht endgültig feststehen. In solchen Phasen ist Flexibilität häufig wertvoller als eine zu frühe, zu starre Langfristlösung.
Auch bei mittelfristigen Zielen kann ein Multi-Asset-Depot gut passen. Zum Beispiel dann, wenn größere Liquiditätsbedarfe in einigen Jahren denkbar sind, eine Anschlussfinanzierung bevorsteht oder sich rund um Familie, Beruf oder Selbstständigkeit noch etwas verschieben kann.
Ebenso relevant ist es oft für Menschen, die sich bereits im Ruhestand befinden oder sich dem Ruhestand nähern und keine lange Ansparphase mehr vor sich haben. Dann geht es weniger um maximale Laufzeitoptimierung und stärker um Struktur, Verfügbarkeit und eine vernünftige Balance zwischen Stabilität und Renditechance.
Wann der Multi-Asset-Anteil im Gesamtvermögen eher größer ist
Ein größerer Multi-Asset-Anteil ist häufig dann sinnvoll, wenn Flexibilität besonders wichtig ist oder langfristige Vorsorgelösungen nicht mehr optimal zur Situation passen.
Das kann bei älteren Kunden der Fall sein, wenn eine neue, sehr langfristige Vorsorgestruktur wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll erscheint. Dann übernimmt das Multi-Asset-Depot oft eine größere Rolle.
Auch bei sehr jungen Kunden kann dieser Anteil vorübergehend höher sein. Nicht, weil Multi-Asset grundsätzlich besser wäre als langfristiger Vermögensaufbau. Sondern weil sich in dieser Lebensphase oft noch nicht sauber absehen lässt, wann Kapital für Familie, Wohnen oder berufliche Veränderungen gebraucht wird.
Wann der Multi-Asset-Anteil eher kleiner ist
Ein kleinerer Multi-Asset-Anteil passt meist dann, wenn Einkommens- und Lebenssituation sehr stabil sind und größere Eventualitäten wenig wahrscheinlich wirken.
Wenn Einkommen, Ausgaben, Wohnsituation und Vorsorgestruktur schon klar stehen, braucht es oft keinen besonders großen Flexibilitätsbaustein. Dann reicht häufig ein kleinerer Multi-Asset-Anteil, während der größere Teil des Vermögens langfristiger und systematischer aufgebaut wird.
Trotzdem kann auch dann ein Depotbaustein sinnvoll bleiben. Schon deshalb, weil Flexibilität und steuerliche Freistellungen im Depot weiter eine Rolle spielen können.
Für wen ein Multi-Asset-Depot eher nicht oder noch nicht passt
enn Geld sehr kurzfristig fest eingeplant ist, passt ein Multi-Asset-Depot meist nicht. Dann sollte Verfügbarkeit im Vordergrund stehen.
Ebenso wenig sinnvoll ist es, wenn die Liquiditätsreserve noch nicht sauber aufgebaut ist. Dann fehlt häufig die Grundlage, um Schwankungen überhaupt ruhig auszuhalten.
Und auch für Menschen, die eigentlich keine Strukturentscheidung treffen wollen, sondern nur einen schnellen Produktvergleich suchen, ist diese Lösung oft nicht die richtige. Ein gutes Multi-Asset-Portfolio entsteht nicht aus einer spontanen Produktauswahl, sondern aus einer sauberen Einordnung.
Ob ein Multi-Asset-Depot sinnvoll ist, entscheidet sich daher weniger an einer Altersgrenze oder an Schlagworten wie defensiv oder ausgewogen. Wichtiger ist, welche Aufgabe dieses Kapital in Ihrer Situation tatsächlich erfüllen soll.
Was wir im Erstgespräch konkret prüfen, bevor wir ein Multi-Asset-Depot empfehlen
Bevor wir ein Multi-Asset-Depot sinnvoll einordnen können, klären wir vor allem vier Punkte:
Wie schnell könnte Kapital realistischerweise wieder gebraucht werden?
Welche Reserven sind bereits vorhanden?
Welche langfristigen Vorsorgebausteine bestehen schon?
Und welche Veränderungen sind in den nächsten Jahren wahrscheinlich oder zumindest nicht ausgeschlossen?
Erst daraus ergibt sich, wie groß ein Multi-Asset-Anteil sinnvollerweise sein kann und welche Gewichtung dazu passt.
Aber es sind nicht nur die Fakten, die beachtet werden. Ganz wichtig ist auch der persönliche Eindruck vom Kunden. Die Art und Weise, wie der Kunde seine bisherigen Erfahrungen beschreibt. Seine Art über Geldanlage zu denken wird berücksichtigt, damit das Finanzkonzept optimal zu jedem Kunden individuell passt.
Mischfonds oder Multi-Asset-Depot aus Bausteinen – was ist heute sinnvoller?
Ein Mischfonds und ein Multi-Asset-Depot verfolgen auf den ersten Blick eine ähnliche Idee: Mehrere Anlageklassen sollen zusammenwirken, damit Vermögen nicht nur von einem einzigen Markt abhängt.
Trotzdem ist beides nicht gleichwertig. Der Unterschied liegt weniger in der Grundidee als in Transparenz, Anpassbarkeit und in der Frage, ob die Struktur wirklich zur Lebenssituation passt.
Mischfonds oder Multi-Asset-Depot aus Bausteinen – mehr DetailsWarum Mischfonds historisch sinnvoll waren
Mischfonds hatten lange ihre Berechtigung. Wenn jemand eine weniger schwankende Lösung als einen reinen Aktienfonds wollte, war ein Mischfonds oft die naheliegende Standardantwort.
Gerade im klassischen Bankvertrieb war das verständlich. Zwischen Tagesgeld und Aktienfonds war ein Mischfonds die praktische Mittelweg-Lösung.
Diese historische Rolle sollte man fair einordnen. Ein Mischfonds war für viele Anleger ein vernünftiger Weg, mehrere Anlageklassen überhaupt in einer Lösung abzubilden.
Warum wir heute meist ein Multi-Asset-Depot bevorzugen
Heute ist die Ausgangslage anders. Informationen sind transparenter, Anleger informierter und unabhängige Honorarberatung macht es möglich, Vermögen individueller und nachvollziehbarer zu strukturieren.
Darum sehen wir heute in den meisten Fällen mehr Vorteile in einem Depot aus einzelnen Bausteinen als in einem klassischen Mischfonds, Multi-Asset-Fonds oder Multi-Asset-ETF.
Der Grund ist schlicht: Ein Depot aus getrennten Bausteinen lässt sich gezielter an die tatsächliche Lebensrealität anpassen.
Der entscheidende Unterschied ist nicht die Idee, sondern die Anpassbarkeit
Auch ein Mischfonds enthält mehrere Anlageklassen. Das allein ist nicht das Problem.
Der Unterschied liegt darin, wer die Gewichtung steuert und für wen. Bei einem Mischfonds steuert das Fondsmanagement für eine allgemeine Fondsstrategie. Bei einem Multi-Asset-Depot lassen sich die Bausteine gezielt an die persönliche Situation anpassen.
Wenn in drei Jahren eine Anschlussfinanzierung ansteht, kann es sinnvoll sein, den defensiven Anteil schrittweise zu erhöhen. Wenn sich der Ruhestand nähert, kann ein anderes Ablaufmanagement vernünftig sein. Wenn familiäre oder berufliche Veränderungen anstehen, kann sich die passende Gewichtung ebenfalls verschieben.
Genau das lässt sich mit getrennten Bausteinen sauberer abbilden. Einen Mischfonds kann man nicht darum bitten, den Geldmarktanteil zu erhöhen, nur weil sich die persönliche Lebenssituation verändert hat.
Warum einzelne Bausteine oft transparenter sind als ein Mischfonds
Ein weiterer Vorteil eines Multi-Asset-Depots liegt in der Transparenz.
Bei getrennten Bausteinen ist klarer erkennbar, welcher Teil des Portfolios welche Aufgabe übernimmt und woher Ergebnisse tatsächlich kommen. Bei einem Mischfonds bleibt vieles in einem Produkt gebündelt. Für viele Anleger ist dann schwerer nachzuvollziehen, ob gute oder schwache Phasen eher aus dem Aktienanteil, dem Anleihenteil oder aus taktischen Managemententscheidungen stammen.
Gerade in schwierigeren Marktphasen ist diese Transparenz wichtig. Wer versteht, warum sich ein Depot wie entwickelt, trifft oft bessere Entscheidungen als jemand, der nur einen Gesamtfonds sieht und dessen innere Struktur kaum greifen kann.
Warum wir Einfachheit höher gewichten als Scheinkomplexität
Ein Multi-Asset-Depot muss nicht kompliziert aussehen, um gut zu sein. Im Gegenteil: Oft reicht ein Fonds je Assetklasse, wenn Struktur und Gewichtung sauber sind.
Wir haben uns bewusst dagegen entschieden, Portfolios unnötig komplex zu machen, nur damit Beratung umfangreicher wirkt. Der Mehrwert entsteht nicht durch möglichst viele Produkte, sondern durch ein verständliches Konzept, das auch in unruhigen Marktphasen tragfähig bleibt.
Gerade zu Beginn einer Zusammenarbeit halten wir die Struktur deshalb oft bewusst einfach. Denn ein zu komplexes Portfolio kann dazu führen, dass Anleger in Krisen falsche Entscheidungen treffen oder sich innerlich ganz von Geldanlage abwenden. Dann wäre der Schaden deutlich größer als der theoretische Vorteil zusätzlicher Feinsteuerung.
Die seltene Ausnahme: Wenn ein bestimmter Manager bewusst gewollt ist
Der einzige nachvollziehbare Grund, einen Mischfonds gezielt als Baustein zu wählen, wäre aus unserer Sicht der bewusste Wunsch nach einem ganz bestimmten Fondsmanager oder einer sehr speziellen Strategie.
Dann kann ein Mischfonds im Einzelfall als Ergänzung sinnvoll sein. In der Praxis ist das bei uns bislang allerdings nicht der Standardfall, sondern eher eine Ausnahme.
Fazit:
Unser Fazit zum Vergleich
Ein Mischfonds, Multi-Asset-Fonds oder Multi-Asset-ETF kann mehrere Anlageklassen in einem Produkt bündeln. Ein Multi-Asset-Depot aus einzelnen Bausteinen ist heute aber meist die transparentere, anpassbarere und verständlichere Lösung.
Nicht, weil ein Mischfonds grundsätzlich falsch wäre. Sondern weil eine saubere Depotstruktur in den meisten Fällen näher an der tatsächlichen Lebensrealität des Kunden bleibt.
Prüffragen, wenn Sie bereits einen Mischfonds besitzen
Wenn Sie bereits einen Mischfonds oder Multi-Asset-Fonds im Depot haben, helfen vor allem diese Fragen bei der Einordnung:
Wie hoch ist die Aktienquote tatsächlich und wie stark darf sie schwanken?
Welche Rolle soll der Fonds in Ihrem Finanzkonzept überhaupt übernehmen?
Verstehen Sie nachvollziehbar, woher Rendite und Risiko in diesem Produkt kommen?
Passen die internen Bandbreiten des Fonds zu Ihrer persönlichen Lebensrealität?
Würden Sie das Produkt auch in einer deutlichen Korrektur weiter halten können?
Und wäre eine Aufteilung in einzelne Bausteine für Ihre Situation transparenter?
Welche Anlageklassen gehören in unser Multi-Asset-Portfolio?
Ein Multi-Asset-Portfolio klingt oft so, als müssten möglichst viele Anlageklassen in einem Depot zusammenkommen. So arbeiten wir nicht.
Für uns besteht ein klassisches Multi-Asset-Depot in der Regel aus drei klaren Kernbausteinen: Geldmarkt, Anleihen und Aktien. Diese drei Anlageklassen erfüllen unterschiedliche Aufgaben und lassen sich in der Praxis sinnvoll aufeinander abstimmen.
Entscheidend ist nicht, möglichst viel hineinzumischen. Entscheidend ist, dass jede Anlageklasse eine nachvollziehbare Funktion im Gesamtportfolio hat.
Anlageklassen im DetailGeldmarkt: der flexible Stabilitätsbaustein
Der Geldmarktbaustein übernimmt im Multi-Asset-Depot vor allem eine Aufgabe: Stabilität und kurzfristige Verfügbarkeit.
Er ist für uns keine Randposition, sondern ein echter Bestandteil der Portfolioarchitektur. Er schafft Ruhe im Depot, gibt Handlungsspielraum und kann in bestimmten Marktphasen eine sinnvollere Alternative zu unstrukturiertem Parken auf klassischen Kontolösungen sein.
Wichtig ist dabei: Der Geldmarktbaustein ersetzt nicht automatisch die gesamte Liquiditätsreserve. Er kann aber innerhalb eines Multi-Asset-Depots den Teil abbilden, der bewusst defensiv, flexibel und kurzfristig anpassbar bleiben soll.
[Weiterführende Informationen zu Geldmarktfonds finden Sie [hier]]
Anleihen: der oft unterschätzte Zwischenbaustein
Anleihenfonds werden von vielen Privatanlegern unterschätzt. Dabei spielen sie im Multi-Asset-Portfolio eine zentrale Rolle.
Sie liegen funktional zwischen Geldmarkt und Aktien. Genau deshalb sind sie kein Anhängsel, sondern ein eigenständiger Baustein mit klarer Aufgabe.
Ein Anleihenbaustein kann helfen, das Portfolio breiter aufzustellen, verschiedene Marktphasen besser abzufedern und die Brücke zwischen sehr defensiven und deutlich renditeorientierteren Teilen zu schlagen. Gerade im Zusammenspiel mit Geldmarkt und Aktien entsteht dadurch eine Struktur, die nicht eindimensional ist.
Aktien: der Wachstumsbaustein im Multi-Asset-Konzept
Der Aktienbaustein übernimmt im Multi-Asset-Portfolio die renditeorientierte Rolle. Er ist der Teil des Depots, der langfristig Wachstumspotenzial mitbringt, aber eben auch die deutlichsten Schwankungen verursachen kann.
Darum kombinieren wir Aktien im Multi-Asset-Kontext nicht isoliert, sondern bewusst mit Geldmarkt und Anleihen. So entsteht kein reines Aktien-oder-nichts-Depot, sondern eine Struktur, die je nach Lebenssituation offensiver oder defensiver ausgerichtet werden kann.
Warum Immobilien bei uns aktuell meist keine Kernrolle spielen
Immobilien gehören im klassischen Multi-Asset-Depot derzeit meist nicht zu den Kernbausteinen. Das ist keine pauschale Abwertung, sondern eine Einordnungsfrage.
Zum einen haben viele Kunden über selbstgenutztes oder vermietetes Eigentum bereits einen erheblichen Immobilienbezug im Gesamtvermögen. Zum anderen sehen wir Immobilien im Standard-Multi-Asset-Depot oft nicht als den naheliegendsten Baustein, wenn es um flexible, transparente und gut steuerbare Portfolioarchitektur geht.
Darum stehen in unserer Multi-Asset-Logik meist Geldmarkt, Anleihen und Aktien im Vordergrund.
Warum Krypto, P2P und andere Alternativen für uns nicht zum Standardkern gehören
Krypto, P2P-Kredite und andere alternative Anlagen zählen für uns nicht zum klassischen Kern eines Multi-Asset-Depots. Nicht, weil solche Themen grundsätzlich ausgeschlossen wären. Sondern weil sie in der Regel nicht die Aufgabe eines soliden Kernportfolios erfüllen.
Wenn solche Bausteine überhaupt sinnvoll sind, dann meist ergänzend und in bewusst begrenztem Umfang. Für die Grundstruktur spielen sie bei uns normalerweise keine zentrale Rolle.
Ein gutes Multi-Asset-Portfolio lebt also nicht davon, möglichst viele Anlageklassen zu sammeln. Es lebt davon, dass die richtigen Bausteine klar erkennbar sind und dass jede Position eine nachvollziehbare Aufgabe erfüllt.
Gut zu wissen
Warum wir in einem klassischen Multi-Asset-Depot nicht jede denkbare Anlageklasse mischen
Viele Anleger verbinden Diversifikation mit einer möglichst großen Zahl unterschiedlicher Produkte oder exotischer Bausteine. In der Praxis führt das aber nicht automatisch zu einem besseren Portfolio.
Wichtiger ist, dass die Kernbausteine klar definiert sind und auf unterschiedliche Marktphasen unterschiedlich reagieren können. Genau deshalb konzentrieren wir uns im klassischen Multi-Asset-Depot meist auf Geldmarkt, Anleihen und Aktien.
Zusätzliche Anlageklassen können im Einzelfall eine Rolle spielen. Sie sind für uns aber normalerweise nicht der Ausgangspunkt, sondern allenfalls eine spätere Ergänzung.
Warum wir Geldmarkt, Anleihen und Aktien meist bewusst vertreten lassen
Ein Multi-Asset-Portfolio soll nicht nur irgendwie gemischt sein. Es sollte so aufgebaut sein, dass unterschiedliche Marktmechaniken überhaupt wirken können.
Darum lassen wir Geldmarkt, Anleihen und Aktien im Multi-Asset-Depot typischerweise bewusst vertreten. Nicht als starres Dogma, sondern weil diese drei Anlageklassen in unterschiedlichen Marktphasen verschiedene Aufgaben übernehmen.
Mehr InformationenDrei Bausteine, drei unterschiedliche Funktionen
Der Geldmarktbaustein steht für Verfügbarkeit, Ruhe und kurzfristige Reaktionsfähigkeit. Der Anleihenbaustein übernimmt die Zwischenfunktion und reagiert anders auf Zinsveränderungen als Aktien. Der Aktienbaustein bringt das langfristige Wachstumspotenzial in das Portfolio.
Erst das Zusammenspiel dieser drei Ebenen macht ein Multi-Asset-Depot wirklich belastbar. Dann hängt die Entwicklung nicht nur an einer einzigen Marktbewegung.
Warum wir die drei Kernbausteine meist bewusst sichtbar halten
In unserer Praxis achten wir häufig darauf, dass Geldmarkt, Anleihen und Aktien im Multi-Asset-Depot jeweils bewusst vertreten bleiben. Oft liegen diese Bausteine nicht unter rund 10 Prozent, weil wir vermeiden wollen, dass eine Assetklasse praktisch bedeutungslos wird.
Der Hintergrund ist einfach: Wenn ein Portfolio aus drei klaren Anlageklassen besteht, soll jede davon auch tatsächlich eine spürbare Funktion übernehmen können.
Wichtig ist dabei: Das ist keine starre Regel und keine pauschale Empfehlung für jeden Einzelfall. Es beschreibt unsere typische Konstruktionslogik.
Was bei steigenden Leitzinsen typischerweise passiert
Steigende Leitzinsen verändern das Zusammenspiel der drei Bausteine oft spürbar.
Der Geldmarkt profitiert in solchen Phasen meist vergleichsweise direkt. Anleihenfonds geraten zunächst häufig unter Druck, weil ältere Bestände im Vergleich zu neuen Marktbedingungen weniger attraktiv werden. Auch Aktien reagieren in solchen Phasen oft sensibler, wenn steigende Zinsen auf Bewertungen und Finanzierungskosten drücken.
Gerade deshalb ist es für viele Anleger überraschend, dass ein Anleihenbaustein in einer Zinswende nicht sofort seine Stärke zeigt. Kurzfristig kann er zunächst belastet sein, obwohl sich das Rendite-Risiko-Verhältnis für die Zukunft gleichzeitig verbessert.
Was bei fallenden Leitzinsen typischerweise passiert
Wenn Leitzinsen wieder sinken, dreht sich die Marktmechanik häufig.
Der Geldmarkt verliert dann meist an laufender Attraktivität. Anleihenfonds profitieren oft zunächst von fallenden Zinsen, weil bestehende Portfolios wertvoller werden können. Aktienmärkte reagieren ebenfalls häufig positiv, wenn niedrigere Zinsen Bewertungen und Finanzierungskonditionen entlasten.
Das sind typische Marktmechaniken, keine festen Ablaufpläne. Aber genau diese Unterschiede zeigen, warum ein sauber aufgebautes Multi-Asset-Portfolio nicht eindimensional sein sollte.
Was in Finanzkrisen oft anders läuft, als viele erwarten
In starken Krisen schauen viele Anleger fast nur auf den Aktienmarkt. Für die Struktur eines Multi-Asset-Portfolios ist aber wichtiger, wie die einzelnen Bausteine zusammenwirken.
Wenn Märkte stark unter Druck geraten, reagieren Zentralbanken häufig unterstützend. Das kann dazu führen, dass sich Geldmarkt, Anleihen und Aktien sehr unterschiedlich entwickeln.
Gerade in solchen Phasen wird sichtbar, warum Anleihen im Portfolio oft eine größere Rolle spielen, als viele Privatanleger zunächst vermuten. Sie sind nicht einfach nur langweiliger als Aktien, sondern übernehmen in bestimmten Marktphasen eine ganz eigene Funktion.
Warum Anleihenfonds für viele Anleger unterschätzt werden
Viele Privatanleger beschäftigen sich intensiv mit Aktien, kennen aber die Logik von Anleihen nur oberflächlich. Dadurch wird der Anleihenbaustein schnell unterschätzt.
Für uns ist das ein Fehler. Anleihen sind kein bloßer Restbaustein, sondern ein zentraler Teil vieler sinnvollen Portfolioarchitekturen.
Gerade im Multi-Asset-Kontext helfen sie dabei, zwischen sofortiger Verfügbarkeit und langfristigem Aktienrisiko eine eigene Ebene einzuziehen. Deshalb gehören sie für uns nicht nur aus Diversifikationsgründen ins Depot, sondern auch aus funktionalen Gründen.
So wirken Zinsänderungen auf Geldmarkt, Anleihen und Aktien
Steigende oder fallende Leitzinsen wirken nicht auf alle Anlageklassen gleich. Genau deshalb ist es sinnvoll, im Multi-Asset-Depot mehrere klar getrennte Bausteine zu haben.
Bei steigenden Leitzinsen profitiert der Geldmarkt meist relativ direkt. Anleihenfonds stehen kurzfristig häufig unter Druck, weil bestehende Bestände mit niedrigeren Renditen an Attraktivität verlieren. Aktien können gleichzeitig durch höhere Zinsen und vorsichtigere Bewertungen belastet werden.
Bei fallenden Leitzinsen ist die Wirkung häufig umgekehrt. Der Geldmarkt wird weniger attraktiv, während Anleihen zunächst profitieren können. Aktienmärkte reagieren oft ebenfalls positiv, sofern die wirtschaftliche Gesamtlage diese Bewegung trägt.
Wichtig ist: Diese Muster beschreiben typische Zusammenhänge. Sie sind keine Garantie für bestimmte Marktverläufe und keine Vorhersage einzelner Jahre.
Zusammenspiel der einzelnen Bausteine
Bei einer globalen Finanzkrise werden die Zentralbanken die Leitzinsen senken, um die Wirtschaft zu stützen. In dem Fall sinken die Zinsen des Geldmarktes. Während einer Finanzkrise ist der Aktienmarkt höchstwahrscheinlich ebenfalls fallend. Eine logische Ergänzung wäre der Anleihenmarkt. Dieser hat die reale Chance, genau in diesem Zeitpunkt von steigenden Kursen der Anleihenfonds zu profitieren.
Nico Hüsch
Honorarberater
Warum wir auf Einfachheit setzen – und nicht auf künstliche Komplexität
Viele Anleger glauben, ein gutes Portfolio müsse möglichst technisch und ausgefeilt aussehen. In unserer Beratung zeigt sich häufig das Gegenteil.
Wir halten es oft für sinnvoller, mit wenigen klaren Bausteinen zu starten und Komplexität nur dort zu erhöhen, wo sie fachlich wirklich etwas bringt. Der Mehrwert entsteht nicht durch die Zahl der Produkte, sondern durch Klarheit, Funktion und Verständlichkeit.
Mehr InformationenEin Fonds je Assetklasse kann völlig ausreichen
Ein Multi-Asset-Portfolio muss nicht aus zehn, fünfzehn oder zwanzig Positionen bestehen, um gut diversifiziert zu sein. Oft kann bereits ein sauber abgestimmter Baustein je Assetklasse sinnvoller sein als eine große Zahl einzelner Fonds ohne klare Rollenverteilung.
Gerade zu Beginn ist ein einfach aufgebautes Portfolio für viele Menschen leichter nachvollziehbar. Das hilft nicht nur beim Verstehen, sondern auch dabei, in unruhigen Marktphasen ruhiger und konsequenter zu bleiben.
Warum wir zu Beginn meist bewusst einfach starten
Wenn Kunden noch wenig Erfahrung mit Kapitalmarktanlagen haben, ist eine klare und übersichtliche Struktur meist sinnvoller als eine vorschnell komplexe Lösung.
Wer sein Portfolio versteht, trifft in schwierigen Phasen oft bessere Entscheidungen als jemand, der zwar viele Produkte besitzt, deren Funktion aber nicht wirklich einordnen kann.
Darum beginnen wir häufig mit einer einfachen, gut erklärbaren Struktur. Nicht, weil wir Komplexität grundsätzlich vermeiden wollen. Sondern weil Verständnis zuerst wachsen sollte.
Warum künstliche Komplexität sogar schaden kann
Ein zu komplex aufgebautes Portfolio kann in der Praxis genau das Gegenteil dessen bewirken, was eigentlich beabsichtigt war.
Anleger verlieren dann schneller den Überblick, zweifeln häufiger an einzelnen Positionen und treffen in Krisensituationen eher unruhige oder widersprüchliche Entscheidungen. Wenn dadurch das Vertrauen in die eigene Geldanlage insgesamt verloren geht, ist der Schaden oft deutlich größer als jeder theoretische Vorteil zusätzlicher Feinsteuerung. Einfachheit ist für uns daher kein Verzicht, sondern oft ein Qualitätsmerkmal
Komplexität darf wachsen – aber erst dann, wenn sie sinnvoll ist
Dass wir bewusst einfach starten, heißt nicht, dass ein Multi-Asset-Portfolio dauerhaft unverändert bleiben muss.
Im Laufe einer Zusammenarbeit kann die Struktur durchaus detaillierter werden. Etwa dann, wenn Vermögen wächst, Ziele klarer werden oder bestimmte Steuerungsfragen sinnvoller getrennt betrachtet werden sollen.
Komplexität ist also nicht grundsätzlich falsch. Sie sollte nur nicht zu früh und nicht ohne echten Mehrwert entstehen.
Wie ein Portfolio später sinnvoll komplexer werden kann
Eine Weiterentwicklung kann auf mehreren Ebenen vernünftig sein.
Im defensiven Bereich kann neben dem Geldmarkt zusätzlich mit gestaffelten Festgeldern gearbeitet werden. Im Anleihenbereich kann die Struktur breiter werden, etwa durch weitere Fonds mit anderer Risikostruktur oder klar abgegrenzten Teilaufgaben. Im Aktienbereich kann statt eines einzigen Weltfonds auch eine stärker getrennte regionale Aufteilung sinnvoll sein, wenn damit Verständnis oder Steuerung verbessert werden. Mehr Bausteine sind aber nur dann sinnvoll, wenn sie funktional wirklich etwas verbessern und nicht bloß komplizierter aussehen.
Wann ein einfaches Portfolio später komplexer werden darf
Eine einfachere Startstruktur ist oft sinnvoll, wenn zunächst Verständnis, Übersicht und eine klare Grundlogik im Vordergrund stehen. Komplexität kann später dann sinnvoll hinzukommen, wenn:
Vermögen deutlich wächst,
Ziele klarer getrennt werden sollen,
steuerliche Steuerung wichtiger wird,
einzelne Teilaufgaben des Portfolios bewusster getrennt werden sollen,
oder wenn ein Kunde die Zusammenhänge inzwischen gut versteht und aktiv mittragen kann.
Dann kann ein Portfolio Schritt für Schritt differenzierter aufgebaut werden, ohne seine Klarheit zu verlieren.
So kann ein Multi-Asset-Portfolio konkret aussehen
Ein Multi-Asset-Portfolio ist kein starres Musterdepot. Konkrete Beispiele helfen aber, die Logik besser zu greifen.
Deshalb zeigen wir hier drei Modellvarianten mit denselben drei Bausteinen. Der Unterschied liegt nicht in völlig anderen Produkten, sondern in der Gewichtung der Anlageklassen.
Genau das ist in der Praxis oft der Punkt. Viele Anleger unterschätzen, wie stark sich der Charakter eines Portfolios schon dann verändert, wenn Geldmarkt, Anleihen und Aktien anders zueinander gewichtet werden.
Erklärung der folgenden Beispiele
So sind die Beispiele zu lesen
Für die folgenden Modellbeispiele verwenden wir bewusst immer dieselben drei Bausteine:
einen Geldmarktbaustein, einen Anleihenbaustein, einen Aktienbaustein.
Die Reihenfolge der Gewichtung ist immer:
Geldmarkt / Anleihen / Aktien
Ein Verhältnis von 80/10/10 bedeutet also: 80 Prozent Geldmarkt, 10 Prozent Anleihen, 10 Prozent Aktien.
Gerade weil in allen drei Modellen dieselben Fonds verwendet werden, wird der eigentliche Punkt sichtbar: Nicht die bloße Zahl der Produkte entscheidet über das Profil des Portfolios, sondern die Gewichtung der Assetklassen.
Geldmarktbaustein ca. 2,16 % | Anleihenbaustein ca. 2,80 % | Aktienbaustein ca. 11,13 % | Stand Modellchart 20.03.2025–20.03.2026
Dieses Modell ist für Situationen gedacht, in denen Flexibilität und Stabilität klar im Vordergrund stehen.
Es passt eher zu Menschen, die in den nächsten Jahren auf Kapital zugreifen könnten, eine Anschlussfinanzierung absichern wollen oder bewusst ruhig investiert bleiben möchten.
Der Schwerpunkt liegt hier klar auf dem Geldmarkt. Anleihen und Aktien sind trotzdem bewusst vertreten, damit das Portfolio nicht eindimensional wird und auch die anderen beiden Anlageklassen ihre Funktion behalten.
Im Modellchart zeigt diese Gewichtung für den Zeitraum 20.03.2025 bis 20.03.2026 eine Wertentwicklung von rund 3,13 Prozent bei einer Volatilität von rund 1,23 Prozent.
Das ist nicht die maximale Renditelösung. Soll es auch nicht sein. Es ist die ruhigste der hier gezeigten Multi-Asset-Varianten.
Wichtig bleibt: Auch dieses Modell ersetzt nicht den eigentlichen Notgroschen.
Historischer Modellverlauf 80/10/10 | Wertentwicklung ca. 3,13 % | Volatilität ca. 1,23 %]
Dieses Modell ist ein typischer Mittelweg. Es ist weder klar defensiv noch voll offensiv, sondern verbindet eine spürbare Aktienquote mit stabilisierenden Bausteinen auf Geldmarkt- und Anleihenseite.
So eine Struktur kann gut zu Menschen passen, die Vermögen aufbauen möchten, das Geld aber nicht völlig losgelöst von ihrer Lebensrealität sehen. Typisch wäre etwa eine Familie mit mittelfristigen Zielen, stabilem Einkommen und dem Wunsch, nicht alles auf maximale Schwankung auszurichten.
Im Modellchart zeigt diese Variante im Zeitraum 20.03.2025 bis 20.03.2026 eine Wertentwicklung von rund 6,81 Prozent bei einer Volatilität von rund 5,92 Prozent.
Daran wird gut sichtbar, wie eine mittlere Gewichtung auch einen mittleren Portfoliotyp entstehen lässt: mehr Renditechance als die defensive Variante, aber deutlich ruhiger als ein klar aktienlastiges Modell.
Historischer Modellverlauf 25/25/50 | Wertentwicklung ca. 6,81 % | Volatilität ca. 5,92 %]
Dieses Modell ist die offensivste der drei gezeigten Varianten. Es richtet sich an Situationen, in denen eine hohe Aktienquote sinnvoll tragbar ist, aber trotzdem nicht vollständig auf die beiden anderen Bausteine verzichtet werden soll.
Das kann zu Menschen passen, die zwar langfristig orientiert sind, aber bewusst einen Multi-Asset-Rahmen behalten wollen. Also nicht 100 Prozent Aktien, sondern ein Depot, das selbst in der offensiveren Variante noch eine kleine defensive und eine zwischenliegende Ebene enthält.
Im Modellchart zeigt diese Gewichtung im Zeitraum 20.03.2025 bis 20.03.2026 eine Wertentwicklung von rund 9,40 Prozent bei einer Volatilität von rund 9,41 Prozent.
Gerade hier sieht man sehr klar: Mehr Aktien erhöhen die Renditechance, ziehen aber auch die Schwankungsbreite spürbar nach oben.
Historischer Modellverlauf 10/10/80 | Wertentwicklung ca. 9,40 % | Volatilität ca. 9,41 %]
Mehr InformationenWas diese drei Modellverläufe praktisch zeigen
Die drei Beispiele machen anschaulich, worum es beim Multi-Asset-Depot in der Praxis wirklich geht: nicht um das eine richtige Produkt, sondern um die passende Gewichtung.
Mit denselben drei Fonds entsteht je nach Verteilung ein völlig anderer Charakter.
Die defensive Variante bleibt deutlich ruhiger. Die ausgewogene Variante verbindet beides. Die offensive Variante nutzt das höhere Aktienpotenzial, trägt dafür aber spürbar mehr Schwankung.
Im Direktvergleich zwischen 80/10/10 und 10/10/80 wird das besonders deutlich. Für denselben Betrachtungszeitraum liegen nicht nur verschiedene Wertentwicklungen vor, sondern auch klar unterschiedliche Volatilitäten.
Genau deshalb halten wir nichts davon, Multi-Asset als starres Standardprodukt zu behandeln. Die gleiche Depotlogik kann je nach Lebensrealität sehr unterschiedlich aussehen.
Gleiche drei Fonds, aber deutlich anderer Portfoliotyp durch andere Gewichtung.
Warum wir Modellportfolios mit denselben drei Fonds zeigen
Wir zeigen bewusst dieselben drei Bausteine in verschiedenen Gewichtungen, weil dadurch die eigentliche Steuerungsfrage sichtbar wird.
Viele Vergleiche im Internet mischen gleichzeitig andere Produkte, andere Anlageklassen und andere Gewichtungen. Dann bleibt unklar, worin der Unterschied eigentlich besteht.
In unseren Modellbeispielen wird deutlicher: Schon die Gewichtung von Geldmarkt, Anleihen und Aktien verändert das Risikoprofil und den Charakter des Depots erheblich.
Wichtiger Hinweis: Die gezeigten Verläufe sind historische Modellbetrachtungen für den Zeitraum 20.03.2025 bis 20.03.2026. Sie dienen der Veranschaulichung unterschiedlicher Depotlogiken und sind keine Prognose für die Zukunft.
Beispielhafte Fonds und ETFs in unseren Modellportfolios
Damit die Struktur eines Multi-Asset-Portfolios nicht abstrakt bleibt, nennen wir hier bewusst drei konkrete Beispielbausteine. Diese Nennung dient der Veranschaulichung unserer Logik und ist keine pauschale Empfehlung für jeden Einzelfall.
Uns geht es dabei nicht darum, die drei einzig richtigen Produkte zu zeigen. Wichtiger ist, dass jede Anlageklasse im Portfolio eine klare Aufgabe bekommt und dass diese Aufgabe auch auf Produktebene nachvollziehbar bleibt.
Geldmarktbaustein: Amundi Euro Liquidity Select – R1 (C)
Der Geldmarktbaustein in unseren Beispielen ist der Amundi Euro Liquidity Select – R1 (C) mit der ISIN FR0014005U84 und der WKN A3C58T.
Für uns ist dieser Baustein vor allem deshalb interessant, weil er die sehr defensive und flexible Ebene im Portfolio abbildet. Er passt gut zu seiner Rolle als Liquiditäts- und Stabilitätsbaustein innerhalb eines Multi-Asset-Depots.
Laut Factsheet-Stand März 2026 wurde der Fonds am 20.10.2021 aufgelegt, ist als Geldmarktfonds allgemein Europa eingeordnet, weist ein Fondsvolumen von rund 51,3 Mrd. EUR aus und nennt eine Managementgebühr von 0,10 Prozent. Zusätzlich wird der Fonds mit SRI 1 und einem sehr kurzfristigen Anlagehorizont beschrieben.
Anleihenbaustein: Flossbach von Storch – Bond Opportunities IT
Der Anleihenbaustein in unseren Beispielen ist der Flossbach von Storch – Bond Opportunities IT mit der ISIN LU1481584016 und der WKN A2AQKH.
Für uns ist dieser Baustein die Zwischenebene zwischen sofort verfügbarer Liquidität und der deutlich schwankungsstärkeren Aktienseite. Genau diese Zwischenfunktion ist in einem Multi-Asset-Depot wichtig, weil sie das Portfolio breiter macht und nicht alles entweder im Geldmarkt oder im Aktienmarkt landet.
Laut Factsheet-Stand März 2026 wurde der Fonds am 17.10.2016 aufgelegt, als Rentenfonds gemischt Investment Grade Welt eingeordnet und mit einem Fondsvolumen von rund 5,81 Mrd. EUR ausgewiesen. Im Factsheet werden außerdem SRI 2, eine empfohlene Anlagedauer von drei Jahren und eine Managementgebühr von 0,37 Prozent genannt.
Der Aktienbaustein in unseren Beispielen ist der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF USD Dist mit der ISIN IE00B3RBWM25 und der WKN A1JX52.
Für das Multi-Asset-Portfolio übernimmt dieser Baustein die renditeorientierte Rolle. Er steht nicht für kurzfristige Ruhe, sondern für weltweite Aktienmarktbeteiligung als Wachstumsanteil innerhalb der Gesamtstruktur.
Laut Factsheet-Stand März 2026 wurde der Fonds am 22.05.2012 aufgelegt, weist ein Fondsvolumen von rund 165,4 Mrd. USD aus und bildet den FTSE All-World Index ab. Im Factsheet werden außerdem SRI 4 und eine All-in-Fee von 0,22 Prozent genannt.
Warum wir gerade diese drei Bausteine in den Modellen zeigen
Diese drei Produkte eignen sich für die Modelllogik vor allem deshalb gut, weil sie drei klar voneinander getrennte Aufgaben sichtbar machen.
Der Geldmarktbaustein steht für Flexibilität und Stabilität. Der Anleihenbaustein für die Zwischenebene. Der Aktienbaustein für globales Wachstumspotenzial.
Genau diese Klarheit ist uns wichtiger als künstliche Produktvielfalt. Ein Multi-Asset-Depot soll verständlich bleiben – auch dann, wenn es inhaltlich gut durchdacht ist.
Die Nennung konkreter Fonds hilft aus unserer Sicht vor allem dabei, die Rollen der einzelnen Bausteine besser zu verstehen. Die eigentliche Beratungsfrage lautet aber nicht nur: Welcher Fonds? Sondern immer auch: Welcher Baustein, in welcher Gewichtung, für welche Lebenssituation?
Warum wir bewusst mit klaren Beispielbausteinen arbeiten statt mit langen Produktlisten
Viele Portfolioübersichten im Internet wirken vor allem deshalb professionell, weil sie sehr viele Fonds oder ETF-Positionen zeigen. Für den Leser wird dadurch aber oft nicht klarer, sondern unübersichtlicher, welche Rolle welcher Teil des Portfolios eigentlich übernimmt.
Wir bevorzugen in der Erklärung zunächst klare Beispielbausteine. Denn wer die Struktur versteht, kann auch spätere Erweiterungen besser einordnen.
Unsere Praxisentscheidungen: Wie wir seit der Zinswende mit Multi-Asset-Portfolios arbeiten
Unsere Arbeit im Multi-Asset-Bereich besteht nicht nur darin, einmal drei Fonds auszuwählen und diese dann liegen zu lassen. Der eigentliche Mehrwert liegt darin, die Struktur an Marktmechaniken und Lebensrealitäten anzupassen, ohne dabei in hektisches Hin und Her zu verfallen.
Gerade seit der Zinswende ist das besonders sichtbar geworden. Denn seitdem haben Geldmarkt, Anleihen und Aktien wieder eine andere Balance zueinander als in den Jahren davor.
Mehr InformationenDer Geldmarktbaustein war für uns keine späte Notlösung
Den Geldmarktbaustein haben wir nicht erst entdeckt, als das Thema in der breiten Öffentlichkeit populärer wurde.
Wir haben uns bereits früh mit der Frage beschäftigt, wie sich steigende Zinsen sinnvoll in ein Multi-Asset-Depot einbauen lassen. Konkret haben wir ab Mitte 2021 erste Gespräche rund um den später genutzten Geldmarktbaustein geführt. Zum Jahreswechsel 2021/2022 war der Fonds dann überhaupt erst für Privatkunden handelbar, und ab Mitte 2022 haben wir ihn in unsere Multi-Asset-Überlegungen aktiv eingebaut.
Interessant wurde er für uns, weil er einen klaren Geldmarktbaustein mit hoher Verständlichkeit, sehr kurzer Logik und günstiger Kostenstruktur abbildet.
Die Zinswende 2022 haben wir nicht als reines Problem gelesen
Als ab dem ersten Quartal 2022 absehbar wurde, dass die Europäische Zentralbank die Leitzinsen anheben wird, war für uns klar: Das verändert die Logik innerhalb eines Multi-Asset-Portfolios spürbar.
Für den Geldmarkt war das grundsätzlich positiv. Für Anleihen war die Lage kurzfristig schwieriger.
Denn steigende Zinsen belasten Anleihenfonds im ersten Schritt oft, weil bestehende Bestände gegenüber dem neuen Zinsumfeld rechnerisch unattraktiver werden. Genau deshalb war es wichtig, Anleihen nicht vorschnell pauschal abzuschreiben, sondern ihre Funktion phasenrichtig zu verstehen.
Warum wir Anleihen trotzdem früh wieder stärker eingeordnet haben
In der öffentlichen Wahrnehmung wurden Anleihen in dieser Phase häufig zu schnell nur als Verlierer der Zinswende gelesen. Unsere Sicht war differenzierter.
Kurzfristig standen Anleihenfonds unter Druck. Mittel- und längerfristig verbesserte sich ihr Risiko-Rendite-Verhältnis aber gerade durch das höhere Zinsniveau wieder.
Darum haben wir bei Neuanlagen ab Mitte 2022 Anleihenbausteine bereits wieder bewusst mitgedacht. Ab etwa Mitte 2023 haben wir dann auch bei Bestandskunden die Gewichtung von Anleihen in vielen Fällen erhöht.
Das war für uns kein Prognosespiel. Es war eine strukturelle Entscheidung auf Basis der Marktmechanik: Erst entsteht Druck durch die Zinsanhebung, später wirkt das neue Zinsniveau zunehmend konstruktiv in den Bestand hinein.
Was solche Entscheidungen in der Praxis konkret bedeuten
Genau hier unterscheidet sich unsere Arbeit von einem statischen Produktverkauf.
Wir fragen nicht nur: Welcher Fonds ist heute interessant? Wir fragen vor allem: Welche Gewichtung ist in der aktuellen Marktphase und in der aktuellen Lebenssituation sinnvoll?
Das kann ganz unterschiedliche Folgen haben.
Wenn in drei Jahren eine Anschlussfinanzierung ansteht, kann es sinnvoll sein, den defensiven Anteil im Depot schrittweise zu erhöhen. Wenn der Ruhestand näher rückt, kann ein anderes Ablaufmanagement sinnvoll werden. Wenn sich Einkommen, Familie oder berufliche Situation verändern, kann sich die richtige Gewichtung ebenfalls verschieben.
Der eigentliche Mehrwert liegt deshalb oft nicht im ersten Setup, sondern in den richtigen Anpassungen zu den richtigen Zeitpunkten.
Wie wir solche Entscheidungen treffen
Wir arbeiten in der Analyse nicht nach Bauchgefühl. Gleichzeitig folgen wir auch nicht einfach der Vertriebsstory einzelner Anbieter.
Für unsere Fonds- und Portfolioprüfung nutzen wir unter anderem Morningstar Direct. Zusätzlich sprechen wir mit verschiedenen Fondsgesellschaften und gleichen Einschätzungen bewusst gegeneinander ab, statt uns auf eine einzige Perspektive zu verlassen.
Wichtig ist uns dabei, dass Aussagen der Anbieter nicht einfach übernommen werden. Wir prüfen Argumente nach, gleichen sie mit den verfügbaren Daten ab und treffen dann eine eigene Entscheidung.
Wofür Kunden uns im Multi-Asset-Bereich eigentlich brauchen
Der Mehrwert unserer Zusammenarbeit liegt nicht darin, dass wir ein Depot einmal zusammenklicken. Er liegt darin, dass wir die Struktur laufend an der Lebensrealität spiegeln.
Wir kennen aus vielen Gesprächen wiederkehrende Muster. Deshalb können wir in veränderten Situationen oft schnell mehrere sinnvolle Lösungswege aufzeigen, statt nur auf ein einzelnes Produkt zu verweisen.
Das ist zum Beispiel relevant, wenn vor Rentenbeginn die Entnahmephase geplant werden soll, wenn sich eine Immobilienentscheidung abzeichnet, wenn Familien- oder Berufssituationen unsicherer werden, oder wenn aus einem zunächst einfachen Multi-Asset-Depot später eine differenziertere Struktur entstehen soll.
Beispiele für Lebenssituationen, die eine Umgewichtung auslösen
Eine sinnvolle Anpassung im Multi-Asset-Portfolio kann zum Beispiel dann relevant werden, wenn eine Anschlussfinanzierung näher rückt, der Ruhestand vorbereitet werden soll, Entnahmen planbar werden, Einkommen oder Lebenshaltungskosten sich deutlich verändern, oder sich aus einem zunächst einfachen Portfolio heraus neue steuerliche oder strukturelle Anforderungen ergeben.
Genau in solchen Momenten zeigt sich, ob ein Portfolio nur auf dem Papier sinnvoll aussah oder ob es wirklich auf die Realität des Kunden abgestimmt ist.
Wie groß sollte der Multi-Asset-Baustein im Gesamtvermögen sein?
Für die Größe eines Multi-Asset-Depots gibt es keine pauschale Standardquote. Die entscheidende Frage lautet nicht: Wie viel Prozent gehören in Multi-Asset? Sondern: Welche Aufgabe soll dieses Geld in Ihrer Situation erfüllen?
Darum kann der Multi-Asset-Anteil bei zwei Menschen mit gleichem Vermögen völlig unterschiedlich ausfallen. Nicht, weil einer richtig und der andere falsch investiert, sondern weil Lebenssituation, Zeithorizont, Reserve, Vorsorge und Flexibilitätsbedarf unterschiedlich sind.
Mehr InformationenWann der Multi-Asset-Anteil eher größer ist
Ein größerer Multi-Asset-Anteil ist häufig dann sinnvoll, wenn Flexibilität besonders wichtig ist und Kapital nicht zu früh zu stark gebunden werden soll.
Das ist oft bei jüngeren Kunden der Fall, wenn familiäre, berufliche oder finanzielle Verpflichtungen noch nicht endgültig feststehen. In solchen Phasen ist es oft sinnvoller, investiert zu bleiben und gleichzeitig beweglich zu bleiben, statt Kapital zu früh in eine sehr langfristige Struktur zu zwingen.
Auch bei Menschen, die sich bereits im Ruhestand befinden oder kurz davorstehen, kann ein größerer Multi-Asset-Baustein sinnvoll sein. Dann steht häufig nicht mehr der Aufbau über sehr lange Laufzeiten im Mittelpunkt, sondern eine gute Balance aus Verfügbarkeit, Struktur und laufender Anpassbarkeit.
Wann der Multi-Asset-Anteil eher kleiner ist
Ein kleinerer Multi-Asset-Anteil passt oft dann gut, wenn die finanzielle Ausgangssituation bereits sehr klar und stabil ist.
Wenn Einkommen, Ausgaben, Wohnsituation und langfristige Vorsorge strukturiert sind und nur wenige Eventualitäten zu erwarten sind, braucht es häufig keinen besonders großen Flexibilitätsbaustein. Dann kann das Multi-Asset-Depot bewusst kleiner bleiben, während der größere Teil des Vermögens langfristiger und steuerlich stärker strukturiert wird.
Die gleiche Person kann in fünf Jahren ganz anders gewichtet sein
Die Größe des Multi-Asset-Bausteins ist keine Entscheidung für die Ewigkeit. Sie kann und sollte sich verändern, wenn sich die Lebensrealität verändert.
Ein heute größerer Multi-Asset-Anteil kann in einigen Jahren bewusst kleiner werden, wenn sich Einkommen, Familienplanung, Wohnen und langfristige Ziele stabilisieren. Umgekehrt kann ein zunächst kleiner Baustein später wieder wichtiger werden, wenn mehr Flexibilität, Entnahmeplanung oder Übergangslösungen gebraucht werden.
Welche Lebenssituationen die Größe oder Gewichtung verschieben können
In der Praxis sehen wir immer wieder ähnliche Auslöser für Veränderungen im Multi-Asset-Bereich.
Das kann eine anstehende Anschlussfinanzierung sein, bei der Liquidität und defensivere Bausteine wichtiger werden. Das kann die Vorbereitung auf den Ruhestand sein, wenn Entnahmen planbarer werden und Schwankungen anders eingeordnet werden. Das kann auch eine Familienphase, eine Selbstständigkeit oder eine größere berufliche Veränderung sein.
Wichtig ist: Nicht jedes Lebensereignis führt automatisch zu einer kompletten Depotumstellung. Aber viele Veränderungen führen dazu, dass Größe oder Gewichtung eines Multi-Asset-Bausteins neu bewertet werden sollten.
Warum wir die Größe nie isoliert festlegen
Die Frage nach der passenden Depotgröße lässt sich nie sauber beantworten, ohne das restliche Finanzkonzept mit anzuschauen.
Relevant sind unter anderem: wie hoch die vorhandene Reserve ist, ob bereits langfristige Vorsorgebausteine bestehen, ob Immobilienvermögen eine Rolle spielt, ob mittelfristige Liquiditätsbedarfe realistisch sind, und wie viel Schwankung in der jeweiligen Lebenssituation sinnvoll tragbar ist.
Darum ergibt sich die passende Größe eines Multi-Asset-Depots nicht aus einer Faustformel, sondern aus der Rolle dieses Kapitals im Gesamtbild.
Welche Fragen wir klären, bevor wir die Größe eines Multi-Asset-Depots festlegen
Bevor wir die Größe eines Multi-Asset-Bausteins festlegen, schauen wir nicht nur auf das Depot, sondern auf das gesamte Bild. Wir klären unter anderem:
Wie schnell könnte Kapital realistisch gebraucht werden?
Welche Reserven sind bereits vorhanden?
Welche langfristigen Vorsorgelösungen bestehen schon?
Wie stabil sind Einkommen, Ausgaben und Lebensplanung?
Und welche Ereignisse sind in den nächsten Jahren denkbar, auch wenn sie noch nicht fest terminiert sind?
Erst daraus ergibt sich, wie groß ein Multi-Asset-Anteil sinnvoll sein kann und welche Gewichtung dazu passt.
Steuerliche Einordnung: Depot heute flexibel, langfristig aber nicht immer die beste Hülle
Ein Multi-Asset-Depot hat einen großen praktischen Vorteil: Es ist flexibel, verständlich und startet typischerweise ohne die Anfangskostenlogik, die langfristige Versicherungshüllen mitbringen können.
Gleichzeitig gilt aber auch: Über sehr lange Zeiträume ist ein Investmentdepot steuerlich nicht automatisch die stärkste Lösung. Gerade dann, wenn Kapital über viele Jahre oder Jahrzehnte aufgebaut und später entnommen werden soll, kann eine passende fondsgebundene Rentenversicherung beziehungsweise Fondspolice langfristig Vorteile haben.
Deshalb stellen wir im Finanzkonzept nicht nur die Frage: Was kommt ins Depot? Sondern auch: Welche Hülle ist für welche Aufgabe überhaupt sinnvoll?
Mehr InformationenDer Vorteil des Depots liegt oft im Hier und Jetzt
Ein Depot ist vor allem dann stark, wenn Kapital flexibel bleiben soll. Es lässt sich klar strukturieren, laufend anpassen und ist nicht darauf angewiesen, dass heute schon jede langfristige Lebensentscheidung feststeht.
Gerade bei jüngeren Kunden oder bei Menschen mit noch offenen Weichenstellungen ist das ein echter Vorteil. Wer heute noch nicht weiß, wie Wohnen, Familie, Beruf oder Entnahmebedarfe in einigen Jahren aussehen, braucht oft eher Beweglichkeit als maximale Langfristbindung.
Warum die Steuerlogik langfristig trotzdem gegen das reine Depot sprechen kann
Je länger Geld investiert bleibt und je stärker der Fokus auf späteren Entnahmephasen liegt, desto wichtiger wird die steuerliche Hülle.
Im Depot fallen laufende steuerliche Effekte in der Regel direkter an. Dazu gehören je nach Produkt unter anderem Ausschüttungen, Vorabpauschalen und später realisierte Gewinne bei Verkäufen.
Hinzu kommt das sogenannte FIFO-Prinzip. Vereinfacht gilt: Bei Verkäufen werden zunächst die Anteile als verkauft behandelt, die zuerst gekauft wurden.
Gerade im späteren Leben kann das dazu führen, dass zu Beginn der Entnahmephase zuerst besonders alte und stark im Gewinn stehende Bestände verkauft werden und die Steuerbelastung dadurch am Anfang relativ hoch ausfällt.
Warum wir Depot und Fondspolice nicht gegeneinander ausspielen
Für uns ist das keine Glaubensfrage und auch kein Entweder-oder aus Prinzip.
Ein Depot ist nicht automatisch modern und gut, während eine Fondspolice alt und schlecht wäre. Und umgekehrt ist auch eine Versicherungshülle nicht automatisch immer überlegen.
Entscheidend ist die Aufgabe des Geldes.
Ein Multi-Asset-Depot ist häufig stark, wenn Flexibilität, Übergangsphasen, mittelfristige Ziele und Anpassbarkeit im Vordergrund stehen. Eine passende Fondspolice kann langfristig stark sein, wenn Zeit, Steuerlogik und spätere Entnahmeplanung stärker ins Gewicht fallen.
Was wir im Depot praktisch beachten, wenn Flexibilität gewünscht ist
Wenn ein Kunde sich bewusst für das Depot entscheidet oder eine Versicherungslösung nicht passend ist, schauen wir uns auch die steuerliche Gestaltung innerhalb des Depots an.
Dazu gehört etwa die sinnvolle Nutzung der jährlichen Sparer-Pauschbeträge. Außerdem kann es vernünftig sein, Käufe über längere Zeiträume nicht nur in einer einzigen alten Tranche aufzubauen, sondern die Struktur so zu gestalten, dass spätere Entnahmen flexibler gesteuert werden können.
Gerade im Aktienbereich kann diese Trennung über mehrere Kaufphasen oder vergleichbare Bausteine später helfen, Entnahmen steuerlich besser zu steuern, statt ausschließlich auf sehr alte und stark im Gewinn stehende Bestände zugreifen zu müssen.
Wann wir trotz aller Depotvorteile eher zur langfristigen Hülle tendieren
Wenn Kapital sehr langfristig angelegt werden soll, wenn eine klare Vorsorgelogik im Mittelpunkt steht und wenn spätere Entnahmen steuerlich sauberer strukturiert werden sollen, dann kann eine passende Fondspolice die bessere Hülle sein.
Das gilt vor allem dann, wenn heute schon klar ist, dass das Geld nicht in wenigen Jahren wieder gebraucht werden soll und wenn die langfristige Strategie tragfähig ist. Dann steht nicht mehr nur die Flexibilität des Hier und Jetzt im Vordergrund, sondern die Effizienz über die gesamte Laufzeit.
FIFO, Tranchen und steuerliche Depot-Praxis im Detail
Im Depot werden Verkäufe steuerlich nicht beliebig behandelt. Vereinfacht gilt meist: Zuerst werden die Anteile als verkauft angesehen, die zuerst gekauft wurden.
Gerade bei sehr alten Beständen kann das dazu führen, dass zu Beginn von Entnahmen hohe stille Gewinne realisiert werden. Deshalb kann es sinnvoll sein, über längere Zeiträume mit getrennten Kauftranchen oder vergleichbaren Bausteinen zu arbeiten, damit spätere Verkäufe flexibler gesteuert werden können. Wichtig ist dabei: Das ersetzt keine individuelle Steuerberatung im Einzelfall. Es zeigt aber, warum wir die steuerliche Hülle und die Depotstruktur gemeinsam betrachten und nicht unabhängig voneinander
Wann das Depot stärker ist – und wann die Fondspolice
Ein Depot ist häufig dann stark, wenn:
Kapital flexibel bleiben soll,
Veränderungen in den nächsten Jahren wahrscheinlich sind,
keine starre Langfristbindung gewünscht ist,
oder ein beweglicher Mittelbaustein gebraucht wird.
Eine passende Fondspolice ist häufig dann stark, wenn:
sehr lange Horizonte vorliegen,
die Vorsorgelogik klar ist,
steuerliche Effizienz über Jahrzehnte wichtig wird,
und spätere Entnahmen frühzeitig mitgedacht werden sollen.
Fazit:
Unser Fazit zur Steuerfrage
Das Multi-Asset-Depot ist eine starke Lösung für flexible und sauber strukturierte Anlagebausteine. Langfristig ist es steuerlich aber nicht automatisch die beste Hülle für jedes Kapital.
Darum prüfen wir nicht nur die Aufteilung innerhalb des Depots, sondern auch die Frage, welches Geld überhaupt im Depot liegen sollte und welches Kapital in einer langfristig passenderen Struktur besser aufgehoben sein kann.
Unsere Dienstleistung im Multi-Asset-Kontext: Was wir konkret für Kunden übernehmen
Ein Multi-Asset-Depot ist nicht einfach nur eine Produktauswahl. Der eigentliche Mehrwert entsteht nicht dadurch, dass drei Fonds nebeneinander im Depot liegen, sondern dadurch, dass diese Struktur zur Lebensrealität passt und sich sinnvoll weiterentwickeln lässt.
Genau dort beginnt unsere eigentliche Arbeit. Nicht beim schnellen Produktverkauf, sondern bei Einordnung, Gewichtung und laufender Anpassung.
Mehr InformationenAm Anfang geht es nicht um den Fonds, sondern um die Aufgabe des Geldes
Bevor wir ein Multi-Asset-Depot sinnvoll aufbauen können, klären wir zuerst, welche Rolle dieses Kapital im gesamten Finanzkonzept spielt.
Wir prüfen unter anderem: Wie schnell könnte das Geld realistisch wieder gebraucht werden? Wie hoch ist die Reserve? Welche langfristigen Vorsorgestrukturen bestehen bereits? Welche Lebensereignisse sind in den nächsten Jahren wahrscheinlich oder zumindest nicht ausgeschlossen? Und wie viel Schwankung ist in Ihrer Situation sinnvoll und tragbar?
Erst auf dieser Grundlage lässt sich entscheiden, ob ein Multi-Asset-Baustein sinnvoll ist, wie groß er sein sollte und wie die Gewichtung aussehen kann.
Dann strukturieren wir die Bausteine verständlich und passend
Wenn die Einordnung klar ist, geht es um die konkrete Struktur.
Wir übersetzen die Lebensrealität nicht in Schlagworte wie defensiv oder ausgewogen, sondern in eine saubere Aufteilung von Geldmarkt, Anleihen und Aktien. Dabei achten wir darauf, dass das Portfolio verständlich bleibt und nicht unnötig komplex wird.
Gerade zu Beginn ist das vielen Kunden wichtig. Denn ein Portfolio trägt sich in der Praxis nur dann gut, wenn man seine Grundlogik nachvollziehen kann.
Der größere Mehrwert liegt oft nicht im Start, sondern in den Anpassungen
Ein gutes Multi-Asset-Depot ist keine einmalige Entscheidung für alle Zeiten. Der eigentliche Beratungswert zeigt sich oft erst dann, wenn sich Lebenssituationen verändern.
Das kann zum Beispiel dann relevant werden, wenn in einigen Jahren eine Anschlussfinanzierung näher rückt, wenn sich vor dem Ruhestand die Entnahmephase abzeichnet, wenn Einkommen, Familie oder Selbstständigkeit mehr Flexibilität erfordern, oder wenn ein zunächst einfaches Portfolio später differenzierter aufgebaut werden soll.
In genau diesen Momenten ist es wertvoll, nicht bei null anfangen zu müssen, sondern auf Erfahrung, Struktur und Vergleichsfälle zurückgreifen zu können.
Was Kunden in solchen Situationen konkret an unserer Begleitung schätzen
Viele Kunden schätzen nicht nur die erste Struktur, sondern vor allem die Einordnung in späteren Entscheidungsmomenten.
Wenn sich die Lebensrealität verändert, geht es oft nicht darum, ob es nur genau eine richtige Lösung gibt. Wichtiger ist meist, dass schnell zwei oder drei nachvollziehbare Wege aufgezeigt werden können – mit klaren Vor- und Nachteilen.
Wie wir Fonds und Portfolios prüfen
Unsere Multi-Asset-Arbeit basiert nicht auf Bauchgefühl und nicht auf einem Produktvertrieb nach Standardschablone.
Wir prüfen Portfolios, Assetklassen und Fonds mit eigener Struktur und nutzen dafür unter anderem professionelle Analysetools sowie den Austausch mit verschiedenen Fondsgesellschaften. Entscheidend ist für uns dabei nicht, welche Produktstory am besten klingt, sondern ob die Rolle des jeweiligen Bausteins fachlich überzeugt und zur Kundensituation passt.
Wie unser Honorarmodell hier einzuordnen ist
Wir arbeiten als unabhängige Honorarberatung – als Versicherungsberater nach §34d Abs. 2 GewO und Honorar-Finanzanlagenberater nach §34h GewO.
Das ist im Multi-Asset-Kontext wichtig. Unsere Vergütung hängt nicht daran, welches Produkt ausgewählt wird oder wie viel betreutes Kapital im Depot liegt. Die richtige Lösung entsteht nicht dadurch, dass ein bestimmter Fonds verkauft werden muss, sondern dadurch, dass die passende Struktur gefunden und sauber begleitet wird.
Unsere Zusammenarbeit erfolgt je nach Rahmen über Festpreise oder laufende Gebühren. Kosten entstehen nicht schon durch das Lesen dieser Seite oder durch die erste Einordnung, sondern erst dann, wenn sich jemand bewusst für eine Zusammenarbeit entscheidet.
Für wen unsere Begleitung gut passt – und für wen eher nicht
Unsere Arbeit passt besonders gut zu Menschen, die ein Multi-Asset-Depot nicht isoliert als Produkt, sondern als Teil eines Finanzkonzepts verstehen wollen.
Gut passt die Zusammenarbeit meist zu Kunden, die Struktur, Einordnung und laufende Sparringspartner suchen. Weniger gut passt sie für Menschen, die nur schnell den besten Mischfonds, eine einzelne Produktempfehlung oder einen reinen Preisvergleich möchten.
Denn genau darum geht es bei unserer Arbeit nicht. Wir bauen keine Schnelllösung für eine einzelne Suchanfrage, sondern helfen bei einer Strukturentscheidung, die auch in einigen Jahren noch tragen soll.
Was wir im Erstgespräch zum Multi-Asset-Depot konkret prüfen
Im Erstgespräch schauen wir uns nicht nur an, ob ein Multi-Asset-Depot interessant klingt. Wir prüfen vor allem, ob es in Ihrer konkreten Situation überhaupt die richtige Rolle übernehmen kann. Dazu gehören unter anderem:
die Aufgabe des Geldes,
die vorhandene Reserve,mittelfristige Liquiditätsbedarfe,
bestehende Vorsorgestrukturen,
steuerliche Rahmenfragen,
und die Frage, wie viel Einfachheit oder Differenzierung in Ihrer Situation sinnvoll ist.
Erst wenn diese Punkte klar sind, lässt sich seriös sagen, ob ein Multi-Asset-Baustein sinnvoll ist und wie er aufgebaut werden sollte.
Häufige Fragen zum Multi-Asset-Portfolio
Ein Multi-Asset-Portfolio wirft in der Praxis oft ähnliche Fragen auf. Gerade deshalb beantworten wir hier die Punkte, die im Erstgespräch und in der laufenden Beratung besonders häufig auftauchen.
Was ist ein Multi-Asset-Portfolio einfach erklärt?
Ein Multi-Asset-Portfolio kombiniert mehrere Anlageklassen in einem Depot. In unserer Praxis sind das vor allem Geldmarkt, Anleihen und Aktien. Der Sinn liegt nicht darin, möglichst viele Produkte zu sammeln. Wichtiger ist, dass verschiedene Teile des Vermögens unterschiedliche Aufgaben übernehmen und die Struktur zur eigenen Lebenssituation passt.
Ist ein Multi-Asset-Depot dasselbe wie ein Mischfonds?
Nein. Ein Mischfonds bündelt mehrere Anlageklassen in einem einzigen Produkt. Ein Multi-Asset-Depot besteht dagegen aus einzelnen Bausteinen im Depot. Dadurch bleibt transparenter, welcher Teil welche Aufgabe erfüllt und welche Gewichtung bei Bedarf angepasst werden kann.
Was ist der Unterschied zwischen Multi-Asset-Fonds, Multi-Asset-ETF und Multi-Asset-Depot?
Ein Multi-Asset-Fonds oder Multi-Asset-ETF ist in der Regel ein einzelnes Produkt, das mehrere Anlageklassen miteinander kombiniert. Ein Multi-Asset-Depot bedeutet dagegen, dass die Bausteine bewusst getrennt im Depot gehalten werden. Für viele Anleger klingt das zunächst aufwendiger. In der Praxis ist es oft gerade dadurch verständlicher, weil Renditequellen, Schwankungstreiber und spätere Anpassungen klarer nachvollziehbar werden.
Für wen ist ein Multi-Asset-Depot sinnvoll?
Ein Multi-Asset-Depot ist vor allem dann sinnvoll, wenn Kapital investiert werden soll, aber nicht einfach nur kurzfristig auf dem Konto liegen und auch nicht vollständig langfristig gebunden werden soll. Das kann bei mittelfristigen Zielen, unklareren Lebensphasen, Übergangssituationen oder bei größerem Flexibilitätsbedarf sinnvoll sein. Entscheidend ist nicht nur der Zeithorizont, sondern die Aufgabe des Geldes im gesamten Finanzkonzept.
Für wen ist ein Multi-Asset-Depot eher nicht die richtige Lösung?
Eher ungeeignet ist ein Multi-Asset-Depot, wenn Geld sehr kurzfristig fest eingeplant ist oder wenn die Liquiditätsreserve noch nicht sauber steht. Auch für Menschen, die nur schnell einen einzelnen Fonds suchen oder lediglich einen Produktvergleich wollen, ist es oft nicht die passende Lösung. Ein gutes Multi-Asset-Depot lebt davon, dass es in ein Gesamtbild eingeordnet wird.
Warum nicht einfach alles in Tagesgeld oder Geldmarkt legen?
Weil unterschiedliche Aufgaben auch unterschiedliche Bausteine brauchen. Tagesgeld oder Geldmarkt sind sinnvoll für Verfügbarkeit und Stabilität. Sie übernehmen aber nicht dieselbe Funktion wie Anleihen oder Aktien, wenn es um Struktur, Übergangsphasen und langfristigere Renditechancen geht.
Warum nicht einfach alles in Aktien investieren?
Weil nicht jedes Geld dieselbe Aufgabe hat. Wer alles in Aktien investiert, braucht einen langen Horizont und muss deutliche Schwankungen auch wirklich aushalten können. In der Realität gibt es aber oft mittelfristige Ziele, Anschlussfinanzierungen, Familienphasen, Entnahmeplanungen oder schlicht den Wunsch nach mehr Flexibilität. Dann ist ein gestuftes Depot aus Geldmarkt, Anleihen und Aktien oft sinnvoller als eine reine Aktienlösung.
Warum spielen Anleihenfonds bei Ihnen so eine wichtige Rolle?
Weil Anleihen für uns keine Randposition sind, sondern eine eigene Funktion im Portfolio erfüllen. Sie bilden die Zwischenebene zwischen sofortiger Verfügbarkeit und vollem Aktienrisiko. Gerade in Multi-Asset-Portfolios helfen Anleihen dabei, das Depot breiter und funktional sauberer aufzubauen.
Warum setzen Sie im klassischen Multi-Asset-Depot eher nicht auf Immobilien?
Weil Immobilien für viele Kunden bereits an anderer Stelle im Gesamtvermögen vertreten sind, etwa über selbstgenutztes Wohneigentum oder vermietete Immobilien. Zudem sehen wir Immobilien im klassischen Multi-Asset-Depot oft nicht als den flexibelsten und klarsten Standardbaustein. Für die Kernlogik eines gut steuerbaren Depots stehen bei uns daher meist Geldmarkt, Anleihen und Aktien im Vordergrund.
Warum bevorzugen Sie meist ein Multi-Asset-Depot statt eines Mischfonds?
Weil ein Depot aus einzelnen Bausteinen heute in den meisten Fällen transparenter und anpassbarer ist. Ein Mischfonds kann mehrere Anlageklassen bündeln, aber er lässt sich nicht individuell auf veränderte Lebenssituationen zuschneiden. Wenn sich bei einem Kunden die Anforderungen ändern, ist es oft sinnvoller, einzelne Quoten im Depot anzupassen, statt ein Gesamtprodukt zu behalten, das für eine allgemeine Fondslogik gebaut wurde.
Kann ein Mischfonds trotzdem einmal sinnvoll sein?
Ja, theoretisch schon. Zum Beispiel dann, wenn ein ganz bestimmter Fondsmanager oder eine spezielle Strategie bewusst als eigener Baustein gewünscht ist. In unserer Praxis ist das aber eher die Ausnahme als der Regelfall.
Wie flexibel lässt sich die Gewichtung in einem Multi-Asset-Depot verändern?
Genau das ist einer der großen Vorteile dieser Struktur. Wenn sich die Lebenssituation verändert, können die Gewichte gezielt angepasst werden. Das kann relevant werden bei einer anstehenden Anschlussfinanzierung, vor dem Ruhestand, bei geplanten Entnahmen, bei beruflichen Veränderungen oder wenn ein zunächst einfaches Portfolio später weiterentwickelt werden soll.
Wie groß sollte ein Multi-Asset-Baustein ungefähr sein?
Dafür gibt es keine pauschale Standardgröße. Die passende Höhe hängt an Reserve, Einkommen, Vorsorge, Immobilien, Zeithorizont, Entnahmebedarf und Flexibilitätswunsch. Darum kann derselbe Vermögensbetrag bei zwei Menschen zu sehr unterschiedlichen Gewichtungen führen.
Brauche ich dafür viel Vermögen?
Nein, entscheidend ist nicht in erster Linie die absolute Summe, sondern die Strukturfrage. Natürlich wird ein Multi-Asset-Depot mit steigendem Vermögen oft differenzierter und relevanter. Aber auch bei kleineren oder mittleren Vermögen kann es sinnvoll sein, Kapital nicht einfach nur als alles Tagesgeld oder alles Aktien zu behandeln, sondern systematisch einzuordnen.
Wie steuerlich sinnvoll ist ein Multi-Asset-Depot?
Ein Depot ist flexibel und startet in der Regel ohne Anfangskostenlogik wie bei manchen langfristigen Versicherungshüllen. Für mittelfristige oder flexible Bausteine ist das ein echter Vorteil. Über sehr lange Zeiträume kann die steuerliche Hülle eines Depots aber weniger günstig sein als eine passende Fondspolice. Darum betrachten wir nicht nur die Fonds im Depot, sondern auch die Frage, welches Geld überhaupt in diese Hülle gehört.
Was bedeutet FIFO im Depot – und warum ist das relevant?
FIFO bedeutet vereinfacht, dass bei Verkäufen zuerst die Anteile als verkauft gelten, die zuerst gekauft wurden. Gerade im späteren Leben kann das dazu führen, dass zunächst besonders alte und stark im Gewinn stehende Anteile verkauft werden. Dadurch kann die Steuerbelastung in frühen Entnahmephasen unnötig hoch sein. Darum kann es sinnvoll sein, ein Depot über längere Zeit nicht nur in einer einzigen alten Kauftranche aufzubauen, sondern die Struktur bewusst mit mehreren Kaufphasen oder vergleichbaren Bausteinen zu organisieren.
Ist ein Multi-Asset-Depot besser als eine Fondspolice?
Nicht pauschal. Ein Multi-Asset-Depot ist häufig stark, wenn Flexibilität, mittelfristige Struktur und Anpassbarkeit im Vordergrund stehen. Eine passende Fondspolice kann langfristig stärker sein, wenn sehr lange Horizonte, steuerliche Effizienz und spätere Entnahmephasen wichtiger werden.
Kann ein Multi-Asset-Portfolio später komplexer werden?
Ja. Wir starten häufig bewusst einfach, damit die Struktur verständlich bleibt und Kunden die Logik des Depots wirklich nachvollziehen können. Später kann das Portfolio differenzierter werden, etwa über zusätzliche Festgelder, breitere Anleihenstrukturen, regionale Aktienaufteilungen oder steuerlich sinnvollere Unterteilungen
Welche Rolle spielt Ihre Honorarberatung dabei konkret?
Unsere Aufgabe besteht nicht darin, einfach nur drei Fonds nebeneinander zu stellen. Wir helfen dabei, die Rolle des Geldes im Finanzkonzept zu klären, die Gewichtung passend aufzubauen und spätere Veränderungen sinnvoll einzuordnen. Gerade im Multi-Asset-Bereich entsteht der eigentliche Mehrwert oft in der laufenden Begleitung.
Ist die Beratung dazu vollständig digital möglich?
Ja. Die Einordnung, Strukturierung und Begleitung eines Multi-Asset-Depots ist vollständig digital möglich. Wichtig ist dabei nicht der Ort, sondern die Qualität der Analyse und die saubere Abstimmung auf Ihre persönliche Situation.
Entstehen Kosten, wenn ich mich am Ende gegen eine Zusammenarbeit entscheide?
Das Erstgespräch dient zunächst dazu, die Situation einzuordnen und zu prüfen, ob eine Zusammenarbeit überhaupt sinnvoll ist. Kosten entstehen nicht allein dadurch, dass Sie sich informieren oder ein erstes Gespräch führen. Erst wenn Sie sich bewusst für eine Zusammenarbeit entscheiden, entsteht daraus ein Honorarrahmen.
Worauf es beim Multi-Asset-Portfolio wirklich ankommt
Ein gutes Multi-Asset-Portfolio beginnt nicht mit der Frage nach dem besten Produkt. Es beginnt mit der Frage, welche Aufgabe das Geld in Ihrem Leben erfüllen soll.
Daraus ergibt sich:
ob ein Multi-Asset-Depot überhaupt sinnvoll ist,
wie groß dieser Baustein sein sollte,
wie defensiv oder offensiv er aufgebaut wird,
und ob einzelne Bausteine für Ihre Situation sinnvoller sind als ein Mischfonds.
Für uns ist ein Multi-Asset-Depot deshalb kein Standardprodukt, sondern ein anpassbarer Strukturbaustein im Finanzkonzept. Und genau dort liegt sein eigentlicher Mehrwert.
Unverbindlich klären, ob ein Multi-Asset-Depot zu Ihrer Situation passt
Wenn Sie wissen möchten:
ob ein Multi-Asset-Depot in Ihrer Situation sinnvoll ist,
wie groß dieser Baustein im Gesamtvermögen sein sollte
und ob ein Mischfonds oder ein Depot aus einzelnen Bausteinen besser passt,
können wir das in einem unverbindlichen Erstgespräch gemeinsam einordnen.
Sie erhalten dabei keine schnelle Produktantwort ohne Kontext, sondern eine klare Einschätzung, ob diese Struktur in Ihrem Fall überhaupt sinnvoll ist und worauf es dabei ankommt.
Digital deutschlandweit
Ohne Verkaufsdruck
Kostenfrei bis zur Entscheidung über eine Zusammenarbeit
Clare, O’Sullivan, Sherman, Thomas – „An analysis of asset class market timing ability among Canadian, UK and US multi-asset class funds“ Wissenschaftliche Hintergrundquelle zur Frage, ob Multi-Asset-Fonds bzw. Mischfonds tatsächlich marktgetriebenen Mehrwert durch Timing liefern. Sie wurde für die faire fachliche Einordnung von Mischfonds und Multi-Asset-Fonds herangezogen. (University College Cork)
ESMA – „Market Report on the Costs and Performance of EU Retail Investment Products 2024“ Amtliche EU-Quelle zu Kosten, Performance und Marktstruktur von Retail-Investmentprodukten. Sie wurde als Hintergrund für die Einordnung aktiver Fondsstrukturen, Kostenlogik und Vergleichsmaßstäbe genutzt. (ESMA)
Finanzamt NRW – Sparer-Pauschbetrag, Freistellungsauftrag und Nichtveranlagungs-Bescheinigung Amtliche Verbrauchersource zum steuerlichen Grundrahmen bei Kapitalerträgen. Sie beantwortet vor allem die Grundfragen rund um den Sparer-Pauschbetrag und die praktische Nutzung über Freistellungsaufträge. (Finanzamt Nordrhein-Westfalen)
BVI – FAQ Vorabpauschale Fachquelle des Fondsverbands zur Vorabpauschale. Sie wurde für die steuerliche Grundlogik im Depotabschnitt und in den FAQ genutzt, insbesondere für Funktionsweise, Berechnung und Einordnung. (BVI)
Bundesministerium der Finanzen – Basiszins zur Berechnung der Vorabpauschale 2026 Amtliche Jahresquelle für den aktuellen Basiszins nach Investmentsteuerrecht. Diese Quelle ist immer dann relevant, wenn auf der Seite oder in späteren Ergänzungen ein konkreter Jahreswert genannt wird. (Bundesministerium der Finanzen)
Produktquellen der Beispielbausteine
Amundi – AMUNDI EURO LIQUIDITY SELECT – R1 (C), ISIN FR0014005U84 Offizielle Produktquelle für den Geldmarktbaustein. Sie dient zur Verifikation von Produktidentität, Produktart und Fondsunterlagen; das offizielle Basisinformationsblatt ergänzt Ziele, Risikoindikator, Benchmark und weiterführende Dokumente. (Amundi)
Flossbach von Storch – Bond Opportunities – IT, ISIN LU1481584016 Offizielle Produktquelle für den Anleihenbaustein. Die Fondsseite wird vom Anbieter selbst als Einstieg zu Performance, Factsheet und weiteren Fondsdokumenten beschrieben und eignet sich deshalb als dauerhafte Primärquelle. (flossbachvonstorch.de)
Vanguard – FTSE All-World UCITS ETF (USD) Distributing, ISIN IE00B3RBWM25 Offizielle Produktquelle für den Aktienbaustein. Die Produktseite erläutert Fondsziel, Index, Struktur und Kennzahlen und hält die zugehörigen Dokumente wie Factsheet, Prospectus und KIID direkt bereit. (Vanguard)
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