ETF-Beratung

In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte zu ETF und erhalten einige konkrete Praxistipps vom Experten. Viel Spaß!

Alles Wissenswerte zum Exchange Traded Funds (ETF)
Etwa 2,5 Billionen Euro hatten Privatleute hierzulande zum Januar 2019 auf Tages- oder Festgeldkonten liegen, lediglich 125 Milliarden Euro waren in ETFs investiert. Warum private Sparer im andauernden Niedrigzinsumfeld ihre Vermögen dahinschmelzen lassen wie Eis in der Sonne, liegt unter anderem daran, dass ihnen wenig über ETFs bekannt ist. Nach dem Lesen der nachfolgenden Abschnitte sind Sie bestens über die praktischen Anlagevehikel informiert.
Wie sind ETFs entstanden?
Auf dem europäischen Kontinent sind ETFs erst seit den 1990er Jahren verfügbar, ihre Entstehungsgeschichte geht jedoch bis ins Jahr 1900 zurück. Seinerzeit untersuchte der Mathematiker Bachalier die Kursentwicklung von Aktien an der Universität Sorbonne in Paris und kam zu einem damals erstaunlichen Ergebnis:
Aufgrund der ständigen Auf- und Abwärtsbewegungen besteht für Aktionäre eine 50:50 Chance, besser als der Markt im Ganzen abzuschneiden.

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Auf Basis der Studie von Bachalier entwickelte der Nobelpreisträger H. Markowitz 50 Jahre später seine Portfolio-Theorie. Seiner Ansicht nach sollte für Anleger die Minimierung des Verlustrisikos durch bestmögliche Kapitals-Streuung (Diversifikation) im Vordergrund stehen und nicht die Gewinnmaximierung. William F. Sharpe bestätigte die Theorie von Markowitz und schuf damit die Grundlage für breit diversifizierte, passiv ausgerichtete Anlagevehikel.
Den ersten Indexfonds etablierte in den 1970ern die US-amerikanische Großbank Wells Fargo. Es handelte sich dabei um eine Sammlung aller wichtigen Aktien der Vereinigten Staaten, welche ausschließlich institutionelle Investoren ansprach.
Vanguard Chef John Bogle entwickelte 1976 zusammen mit Burton Malkiel einen Indexfonds für private Anleger, welcher allerdings nicht an der Börse handelbar war. Der Vanguard 500 wurde seinerzeit von der Fachpresse heftig kritisiert, weil er Anleger nur mittelmäßige Ergebnisse zukommen lassen würde. Die Journalisten schätzten den Markt vollkommen falsch ein. Der Vanguard S&P 500 wurde im Jahr 2000 mit einem Fondsvolumen von über 500 Milliarden Dollar zum weltweit größten Publikumsfonds.
Indes handelte es sich beim Vanguard S&P 500 um einen Indexfonds, welcher die Bezeichnung ETF genau genommen nicht tragen darf, weil er nicht an der Börse handelbar ist. Der erste börsengehandelte Indexfonds wurde 1990 im kanadischen Toronto gelistet. Dieser ETF bildet bis heute den Toronto 35 Participation Index nach und wird mit knapp 9 Milliarden Dollar Fondsvermögen von der Black Rock Tochter iShares verwaltet.
In den Vereinigten Staaten wurde der erste richtige ETF 1993 von SPDR aufgelegt. Der Exchange Traded Funds basiert auf dem S&P 500 und ist mit einem Fondsvolumen von gut 200 Milliarden Dollar aktuell der weltweit größte börsengehandelte Indexfonds.
ETFs in der BRD
Börsengehandelte Indexfonds sind hierzulande seit April 2000 für private Anleger verfügbar. Den Anfang machten Aktien-ETFs auf die Indizes Stoxx Europe 50 und Euro Stoxx 50. Beide waren zu Beginn ausschließlich über XETRA handelbar und machten die elektronische Börse zum erstrangigen
Handelsplatz des europäischen Kontinents. Der Emittent beider Produkte war Merrill Lynch International, mittlerweile werden sie von der Black Rock Tochter iShares verwaltet und haben beachtliche Fondsgrößen entwickelt:

  • Der iShares Euro Stoxx 50 ETF konnte bislang 4,12 Milliarden Euro einsammeln.
  • Das Fondsvolumen des Stoxx Europe 50 ETF von iShares beträgt aktuell 614 Millionen Euro.

Im Jahr 2001 emittierte die Hypovereinsbank-Tochter Indexchange den ersten DAX ETF für deutsche Anleger. Das Anlagevehikel wurde kurz danach von iShares übernommen und ist unter der Bezeichnung iShares Core DAX UCITS ETF verfügbar. Seine Fondsgröße beträgt aktuell knapp 4,8 Milliarden Euro.
ETFs seitens Charakteristik und Funktionsweise
Exchange Traded Funds haben die Aufgabe, ihre zugrunde liegenden Indizes bestmöglich nachzubilden. ETFs sind mittlerweile in folgenden Anlageklassen verfügbar:

  • Aktien.
  • Renten respektive Anleihen.
  • Rohstoffe.
  • Geldmarkt.

Die Anbieter möchten ihre ETFs möglichst exakt nachbilden und nutzen dazu nachfolgend beschriebene Replikationsmethoden:
Physische Vollreplikation
Bei dieser Methode bildet der ETF Anbieter den zugrunde liegenden Index vollständig physisch nach. Er erwirbt dazu alle im Index enthaltenen Wertpapiere in der entsprechenden Gewichtung. Die Vollreplikation eignet sich hervorragend zur Nachbildung kleinerer Indizes. Sie ist jedoch vergleichsweise kostenintensiv und erfordert bei Änderungen im Index aufwendige Umstellungen.
Vorteilhaft ist bei der vollständigen physischen Nachbildung, dass Anbieter die in ihrem Besitz befindlichen Wertpapiere gegen Gebühr verleihen und damit Kosten senken können.
Physische Teilreplikation (optimiertes Sampling)
Bei sehr großen Indizes entscheiden sich die Anbieter oft für das optimierte Sampling, weil diese Methode kostengünstige Nachbildung ermöglicht. Erworben werden beim optimierten Sampling nur Papiere von Gesellschaften, die wirklichen Einfluss auf die Wertentwicklung haben. Als praktisches Beispiel für den Sinn dieser Methode kann hier der MSCI World Index angeführt werden.
In diesem enthalten sind die Aktien von mehr als 1.650 großen und mittelgroßen Gesellschaften. Viele Unternehmen sind mit weniger als 0,01 % gewichtet und daher kaum an der Entwicklung des ETF beteiligt. Der Emittent erspart sich die vergleichsweise hohen Kosten beim Erwerb dieser Aktien und passt die Gewichtung der im ETF enthaltenen Werte entsprechend an. Als Anleger profitieren Sie
bei einem ETF mit optimiertem Sampling von einer vergleichsweise niedrigen Gesamtkostenquote (TER) bei gleichzeitig optimaler Wertentwicklung.
Synthetische Replikation
Bei der synthetischen Indexnachbildung geht der ETF Anbieter ein Tauschgeschäft mit einem sogenannten Swap-Partner ein. Dieser ist in der Regel eine Investmentbank, welche die Entwicklung des nachgebildeten Index mit geeigneten Werten garantiert. Je nach Vereinbarung kann es dabei zu einem von drei möglichen Tauschgeschäften kommen:
Unfunded Swap
Basiert der ETF auf einem unfunded Swap, besteht für Anleger im schlimmsten Fall ein Ausfallrisiko in Höhe von maximal 10 %. Die restlichen 90 % sind durch Versicherungen und/oder hinterlegte Werte abgesichert.
Funded Swap
Wird ein synthetisch replizierter ETF als „Funded“ ausgewiesen, ist das oben dargestellte Ausfallrisiko durch hinterlegte Sicherheiten eliminiert. Bei einem Ausfall verwertet ein Treuhänder die Sicherheiten zugunsten der investierten Anleger. Gleichwohl bleibt ein minimales Restrisiko bestehen, wenn die Sicherheiten in extremen Marktphasen stark an Wert verlieren.
Fully Funded
Bei einem vollständig kapitalgedeckten Swap wird das gesamte Tauschgeschäft mit 100 bis 120 % an Sicherheitsleistungen abgesichert. Diese Methode bietet Anlegern daher die größtmögliche Sicherheit.
Vorteilhaft ist bei der synthetischen Replikation die hohe Güte der Nachbildung, auch bei illiquiden oder schwer zugänglichen Märkten. Anbieter in der BRD müssen sich zudem an strenge Richtlinien halten.
Hierzulande sind etwa 1.500 Exchange Traded Funds verfügbar. Zwei Drittel davon sind vollständig physisch oder mit optimiertem Sampling nachgebildet. Der Rest ist synthetisch replizierend und wie oben beschrieben konstruiert.
Seitens der Gesamtkosten (Total Expence Ratio TER) hat die Replikationsmethode weniger Auswirkung als vielfach angenommen. Es gibt derzeit vollreplizierende ETFs ebenso günstig wie Teilreplizierende oder synthetisch nachgebildete Indexfonds. Maßgeblich für die Kosten ist eher die Art der nachzubildenden Indizes. Zudem spielt das Fondsvolumen bei der Kostengestaltung eine tragende Rolle.

  • Ein stark nachgefragter ETF, der bereits 1 Milliarde Euro oder mehr eingesammelt hat, ist kostengünstiger als ein wenig wahrgenommener Nischen-Indexfonds.

ETF – Vor- und Nachteile

Mit einem ETF investieren Sie in einen Gesamtmarkt und ersparen sich die riskante Auswahl von einzelnen Wertpapieren. Exchange Traded Funds bilden ihre zugrunde liegenden Indizes einfach nur nach und gewährleisten alle am Markt möglichen Renditen. ETFs sind sehr kostengünstige
Anlagevehikel, weil sie ohne Management auskommen und wenig Pflege bedürfen. Aufwand entsteht lediglich bei der regelmäßigen Neugewichtung oder wenn sich die Bestandteile der Indizes ändern.
Auch breit gestreute, aktiv gemanagte Investmentfonds sind eine gute Anlagemöglichkeit. In diesem Text soll es allerdings nur um die ETF gehen.
Sie profitieren mit der Geldanlage in ETFs vom Status Sondervermögen, welcher ihnen selbst bei Insolvenz des Anbieters voll umfänglichen Schutz vor Verlusten bietet.
Nachteilig kann für manche Marktteilnehmer sein, dass sie mit ETFs nie bessere Renditen als der Gesamtmarkt erzielen können. Attraktive Mehrerträge stellen insbesondere die aktiv gemanagten Investmentfonds in Aussicht. In der Praxis gelingt es aber keinem Fondsmanager, den Markt dauerhaft zu schlagen. Die hin und wieder erzielte und meist geringfügige Mehrrendite wird von den höheren Kosten vollständig kompensiert.
Für Anleger, die innerhalb kurzer Zeit attraktive Renditen anstreben, sind ETFs weniger gut geeignet. Warum? Weil auf Aktienindizes basierende Exchange Traded Funds zyklischen Schwankungen unterworfen sind und sich langfristig positiv entwickeln. Dazu ein Beispiel:

  • Ein Anleger hat im Jahr 2010 einen DAX ETF zum Anteilspreis von 55 Euro erworben.
  • Am 13. Februar 2020 war dieser Indexfonds pro Anteil 117,50 Euro wert.
  • In der kurz danach folgenden Krise stürzte der Kurs auf knapp 78 Euro ab.
  • Der Anleger erlitt zwar temporäre Einbußen, aber keine wirklichen Verluste.
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Ab einer Haltezeit von 10 Jahren kommt ein ETF bei Turbulenzen an der Börse nicht mehr in den Minusbereich. 15 Jahre und länger gehaltene ETFs gewähren ihren Besitzern immer positive Renditen in attraktiven Bereichen. Exchange Traded Funds eignen sich also hervorragend für langfristig orientierte Anleger, die in Krisen diszipliniert bei ihrem Anlageziel bleiben.
ETFs für den kontinuierlichen Vermögensaufbau
Vor allem ETFs auf große Aktienindizes eignen sich optimal für Anleger, die privat für den Lebensabend vorsorgen möchten. Die Eigeninitiative bei der Altersvorsorge ist mittlerweile erwiesenermaßen unumgänglich geworden. Es muss sogar davon ausgegangen werden, dass die Rentenlücke in 20 oder 30 Jahren wesentlich größer als heute sein wird.
Mit einem oder mehreren ETFs im Portfolio gelingt der langfristige Vermögensaufbau selbst Anlegern, die sehr wenig Börsenerfahrung haben. Wichtig ist die Beachtung nachfolgend beschriebener Kriterien:

  • Ein Anlageziel definieren.
  • Die ideale Anlageklasse aussuchen.
  • Das Portfolio mindestens 15 Jahre halten.
  • Krisen diszipliniert aussitzen.

Sofern Sie den Vermögensaufbau mit Hinblick auf die private Altersvorsorge als Anlageziel definieren, ist es ratsam, Ihren Geldbedarf als Rentner zu ermitteln. Anhaltspunkte dazu finden Sie im jährlich
ausgegebenen Rentenbescheid. Die zu erwartende Rentenzahlung wird in der Regel geringer ausfallen als Ihre monatlichen Ausgaben für den Lebensunterhalt. Die Differenz von einem Monat sollte großzügig auf die Lebenserwartung hochgerechnet werden. Im Ergebnis erkennen Sie das erforderliche Vermögen für die private Altersvorsorge. Hierzu ein stark vereinfachtes Beispiel:

  • Das aktuelle Einkommen beträgt 2.500 Euro.
  • Zum Leben benötigen Sie monatlich etwa 2.000 Euro.
  • Ihre gesetzliche Rente wird circa 43 % des Einkommens ausmachen, also gut 1.000 Euro.
  • Um den derzeitigen Lebensstandard zu halten, muss eine Rentenlücke von 1.000 Euro pro Monat geschlossen werden.
  • Sie gehen mit 67 in Rente und müssen die Rentenlücke voraussichtlich 20 Jahre oder 240 Monate schließen.
  • Es ist also erforderlich, dass Sie mindestens 240.000 Euro an Vermögen aufbauen. Im Idealfall ist wird die Summe deutlich größer, weil in dieser Beispielrechnung die Inflation ebenso unberücksichtigt bleibt wie die Möglichkeit, dass Sie überdurchschnittlich alt werden.

Wie Sie mit einem ETF mühelos Ihr Ziel erreichen können, zeigt das nachfolgende Beispiel, für welches der MSCI World als zugrunde liegender Index gewählt wurde. Für diesen Index sprechen diese Vorteile:

  • Seit gut 20 Jahren in der BRD als ETF verfügbar.
  • Sehr gut nachvollziehbare Historie.
  • Mit etwa 1.650 Bestandteilen optimal diversifiziert.
  • Sie investieren Ihr Geld in große und mittelgroße Gesellschaften aus 23 industrialisierten Staaten in 5 globalen Regionen.
  • Der Index hat seit dem Jahr 2000 eine belegbare Wertentwicklung von mehr als 7 % per anno vorzuweisen, und bereits mehrere große Krisen überstanden.
  • Wer vor 15 Jahren 10.000 Euro in einen MSCI World ETF investierte, kann sich heute über ein Vermögen von circa 27.600 Euro freuen.

Anhand dieses Beispiels wird deutlich, dass der Zinseszinseffekt auf lange Sicht die treibende Kraft beim Vermögensaufbau ist. Und dieser Effekt kommt dank der exponentiellen Eigenschaft über längere Zeiträume noch stärker zum Tragen. Hierzu ein weiteres Beispiel:

  • Angenommen, sie haben die oben genannten 10.000 Euro im Alter von 27 Jahren in den MSCI World ETF investiert und wollen das Investment bis zum Renteneintrittsalter halten.
  • In 40 Jahren werden aus den 10.000 Euro stattliche 149.800 Euro.
  • Um auf die oben errechneten 240.000 Euro zu kommen, ist aber ein höheres Grundkapital erforderlich.
  • Mit einer Investitionssumme von 20.000 Euro würden Sie innerhalb von 40 Jahren knapp 300.000 Euro generieren.
  • Die Rechnung hat allerdings einen Haken, weil sie die Inflation von derzeit 2 % per anno nicht berücksichtigt.
  • Grob gerechnet müssten Sie mit 27 Jahren 40.000 Euro in einen ETF auf den MSCI World Index investieren, um Ihre Rentenlücke inflationsbereinigt nach Abzug von Steuern zu schließen.

Was Sie ohne vorhandenes Kapital tun können
Bei den oben dargestellten Beispielen handelt es sich um die langfristige Entwicklung von einmalig getätigten Investitionen. Allerdings hat bei Weitem nicht jeder Mensch im Alter von 25 Jahren 20.000 oder 40.000 Euro auf dem Festgeldkonto liegen.
Ein weiterer Vorteil von ETFs ist, dass die Meisten sparplanfähig sind. Sie können heutzutage bei allen Brokerage Anbietern hierzulande einen ETF-Sparplan einrichten. In der Regel kann ein ETF bereits ab 25 Euro pro Monat bespart werden. Immer mehr Broker verzichten auf Gebühren für die Ausführung der Sparraten. Zudem bringt ein ETF-Sparplan keinerlei Verpflichtungen gegenüber dem Brokerage Anbieter mit sich. Sie entscheiden:

  • Welcher ETF bespart werden soll.
  • Wie hoch die variabel festsetzbare Monatsrate ausfällt.
  • Wann die Ratenzahlungen temporär unterbrochen werden, und/oder Sparphase beendet ist.

Einige etablierte Brokerage Anbieter sind:

  • rade Republic.
  • Comdirect (vor allem für ETF-Sparpläne).
  • Smartbroker.
  • Consorsbank.
  • Flatex (allerdings negative Verzinsung von Guthaben auf dem Verrechnungskonto).

Ideal am ETF-Sparplan ist zudem, dass Sie ihn bereits in der Ausbildung mit niedrigen Monatsraten einrichten und beliebig an die Lebenssituation anpassen können. So könnte Ihr Vermögensaufbau mit einem ETF auf den MSCI World aussehen:

  • Zwischen 18 und 25 Jahren sparen Sie monatlich 25 Euro. Sie zahlen insgesamt 593 Euro ein und erhalten 2.100 Euro an Erträgen.
  • Als Berufseinsteiger erhöhen Sie die Rate auf 100 Euro und lassen den ETF-Sparplan bis zum Renteneintritt laufen.
  • Das Ergebnis: 248.550 Euro, von welchen lediglich 48.000 Euro eingezahlt wurden.
  • Sinnvoll ist jedoch, die Sparrate mit steigendem Einkommen kontinuierlich zu erhöhen und über die gesamte Laufzeit durchschnittlich 200 Euro pro Monat einzuzahlen. Hierbei steigt die Endsumme auf 497.000 Euro. Ihre Einzahlungen belaufen sich auf 96.000 Euro.

Mit dynamischen Sparraten gleichen Sie den inflationsbedingten Kaufkraftverlust effektiv aus. Das bedeutet, Sie erhöhen die Sparrate jährlich um die Inflationsrate.
Sehr wichtig: ETFs sind zwar einfach verständliche Anlagevehikel, Sie sollten aber dennoch vor der Auszahlung-Phase fachlich kompetente Beratung in Anspruch nehmen. Warum? Ein professionell erstellter Auszahlungsplan resultiert in optimaler Sicherheit bei möglichst niedriger Steuerbelastung.
Welche Indizes eignen sich für den langfristigen Vermögensaufbau?
Wie oben bereits erwähnt, ist die möglichst breite Streuung des Kapitals in mehrerlei Hinsicht empfehlenswert. Sie sichern sich mit optimaler Diversifikation gegen nationale oder regionale sowie branchenspezifische Risiken ab und erzielen gleichzeitig die Rendite, welche von den globalen Märkten geboten wird. Empfehlenswerte Indizes in diesem Kontext sind:

  • MSCI World mit etwa 1.650 Bestandteilen aus 23 Industriestaaten.
  • MSCI ACWI mit knapp 3.000 Komponenten aus 49 Staaten.
  • FTSE All World Index mit über 3.000 Wertpapieren aus 47 Ländern.

MSCI hat auf Basis des Weltindex zudem nach ESG-Richtlinien konzipierte Indizes entwickelt, mit welchen Sie nachhaltig und verantwortungsvoll in globale Märkte investieren können. Der MSCI World SRI hat sich in der jüngsten Krise ebenso gut gehalten wie der Elternindex.

Grundsätzlich sind ETFs auf globale Aktienindizes die Rendite-Bringer der Portfolios, während Indexfonds auf Staatsanleihen eher sicherheitsrelevante Aufgaben erfüllen. Ob die Beimischung von Anleihen ETFs im Portfolio sinnvoll ist, muss im Einzelfall entschieden werden und ist unter anderem von der individuellen Risikobereitschaft abhängig.
Über die Klassiker hinaus gibt es sogenannte Smart Beta ETFs, welche auf Elternindizes beruhen, aber nach Faktoren gewichtet sind. Laut Aussage der Anbieter vereinen diese ETFs das Beste aus zwei Welten:

  • Den passiven Anlageansatz mit dem selektiven Indexmanagement.

Ob sich der Einsatz von Smart Beta ETFs für Ihr Anlageziel lohnt, sollte idealerweise mithilfe von professioneller Beratung ermittelt werden. Grundsätzlich sind überdurchschnittliche Renditen immer mit höheren Risiken verbunden, während geringere Volatilität (Schwankung) zulasten der Erträge geht.
Wie finden Sie das passende Depot?
Bevor Sie sich für einen ETF oder ETF-Sparplan entscheiden, muss ein Depot bei einem Broker respektive einer Onlinebank mit Brokerage Dienstleistungen eröffnet werden. Im Depot werden alle erworbenen Wertpapiere aufbewahrt. Jedes Depot ist mit einem Verrechnungskonto versehen, auf welchem sich Kapital für den Erwerb befindet.
Depots werden von Hausbanken, Filialbanken, Onlinebanken- und Brokern angeboten. Online agierende Brokerage Anbieter sind jedoch angesichts niedriger Kosten immer die bessere Wahl. Gerade für langfristig aufgestellte Anleger sollte die Führung des Depots dauerhaft ebenso kostenfrei sein wie Transaktionen über das Verrechnungskonto.
In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass zunehmend viele Broker Guthaben auf Verrechnungskonten negativ verzinsen.
Hilfreich bei der Suche nach einem Depot-Anbieter sind darauf ausgerichtete Webseiten mit Vergleichsmöglichkeiten.
Den optimalen ETF auswählen
Nachdem der ideale Index gefunden ist, muss ein darauf aufgebauter ETF ausgewählt werden. Für den MSCI World sind in der BRD beispielsweise 18 ETFs im Angebot. Diese bilden zwar alle den Weltindex nach, sind aber mit unterschiedlichen Kosten behaftet und weisen leicht voneinander abweichende Wertentwicklungen auf.
Ein Vergleich vor der Entscheidung lohnt sich also und dafür bieten sich spezielle Webseiten wie beispielsweise justetf oder extraetf an. Auf diesen Seiten können Sie alle ETFs, die auf dem gewünschten Index basieren, transparent miteinander vergleichen. Achten Sie dabei bitte auf folgende Kriterien:

  • Fondsauflage – idealerweise vor mindestens 5 Jahren.
  • Fondsdomizil – innerhalb der EU
  • Ertragsverwendung – ausschüttend oder thesaurierend.
  • Fondsvolumen – sollte aus Expertensicht oberhalb von 500 Millionen Euro liegen.
  • Gesamtkostenquote (TER) – liegt bei ETFs auf globale Indizes unterhalb von 0,40 % per anno.
  • Tracking-Differenz (TD) – gibt an, um wie viele Prozentpunkte der ETF pro Jahr von seinem Index abweicht.
  • Wertentwicklung – idealerweise kurz- und langfristig betrachtet.
  • Bei Bedarf oder Interesse: Ist der ETF sparplanfähig?

Bei einem vor mindestens 5 Jahren aufgelegten ETF mit einer Fondsgröße von 500 Millionen Euro und mehr können Auflösung respektive Zusammenlegung ausgeschlossen werden. Der ETF kann über Jahrzehnte hinweg für Sie Rendite erwirtschaften.
Die Gesamtkostenquote sollte immer in Kombination mit der Tracking-Differenz betrachtet werden. Ist die TER beispielsweise mit 0,20 % per anno angegeben und die TD mit minus 0,11, kostet Sie der ETF weniger als angenommen und erzielt dementsprechend mehr Rendite.
Für den langfristigen Vermögensaufbau sind thesaurierende ETF besser geeignet als Ausschüttende, weil sofort wieder angelegte Dividenden dank des Zinseszinseffekts das Ergebnis optimieren.
Im Idealfall entscheiden Sie sich zuerst für einen Index, vergleichen verfügbare ETFs und wählen einen Broker, der Ihnen den Erwerb gebührenfrei ermöglicht. Bei einem ETF-Sparplan sollten Sie in identischer Reihenfolge vorgehen und einen dauerhaft gebührenfreien Anbieter für die Sparplan-Ausführung wählen.
Gerade beim EF-Sparplan sind durch gründliches Vergleichen Einsparungen von mehreren Hundert Euro möglich. Dazu ein Beispiel:

  • Der Durchschnittspreis für die Sparplanausführung liegt bei 2 Euro.
  • Ihr ETF-Sparplan zum Vermögensaufbau soll 40 Jahre gleich 480 Monate laufen.
  • Durch einen Brokervergleich können Sie bis zu 960 Euro an Gebühren sparen.
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Konkrete ETF Vorschläge:

  • iShares Core MSCI World UCITS ETF – ISIN: IE00B4L5Y983, Auflagejahr 2009, Fondsvolumen 19,4 Milliarden Euro.
  • SPDR MSCI ACWI UCITS ETF – ISIN: IE00B44Z5B48, Auflagejahr 2011, Fondsvolumen 1,4 Milliarden Euro.
  • Vanguard FTSE All-World UCITS ETF – ISIN: IE00B3RBWM25, Auflagejahr 2012, Fondsvolumen 3,8 Milliarden Euro.

Ein breit aufgestelltes 3-ETF Portfolio könnte folgendes sein:

  1. Lyxor MSCI Emerging Markets UCITS ETF FR0010429068 30 %
  2. iShares plc – S&P 500 UCITS ETF IE0031442068 50 %
  3. ComStage STOXX Europe 600 UCITS ETF LU0378434582 20 %

Vor- und Nachteile von ETFs im Überblick

ETFs auf globale Aktienindizes gewähren langfristig attraktive Renditen und sind Dank bestmöglicher Diversifikation mit überschaubaren Risiken behaftet.
Regionale Krisen haben auf diese ETFs keine nennenswerten Auswirkungen. Zudem verfügen sie über große Fondsvolumen und sind aufgrund des scharfen Anbieterwettbewerbs sehr kostengünstig.
Ein ETF zählt zum Sondervermögen und bleibt selbst bei Insolvenz des Anbieters im Besitz des Käufers.
Um in einen ETF zu investieren, benötigen Sie dank der Sparplanfähigkeit kein umfangreiches Kapital.
Es ist praktisch unmöglich, mit einem ETF auf den MSCI World Totalverlust zu erleiden. Dazu müssten alle im Index vertretenen Gesellschaften bankrott gehen und dies käme einem Weltuntergang gleich.
Der einzige Nachteil eines ETFs ist, dass Sie damit nie eine bessere Rendite als der Gesamtmarkt erzielen können.
Erwiesenermaßen gelingt dies aber den Fondsmanagern ebenso wenig und wenn, nur kurzfristig.

Bei Exchange Traded Funds lassen sich die wenigen Risiken schnell auf den Punkt bringen. Sie stellen für langfristig orientierte Anleger keine wirkliche Gefahr dar:

  • Kontrahentenrisiko bei synthetisch replizierenden ETFs – durch gesetzliche Sicherungs-Vorgaben effektiv eingedämmt.
  • Bonitätsrisiko – bei seit langem bestehenden ETFs von etablierten Anbietern eher unwahrscheinlich. ETFs sind Sondervermögen, welche bei Insolvenz nicht zur Konkursmasse zählen.
  • ETF Kritiker sehen in der Indexgewichtung nach Börsenwert Risiken für Anleger, weil aus ihrer Sicht die Aktien- respektive Unternehmens-Qualität außer acht bleibt.
  • Das wohl größte Risiko bei ETF-Anlagen steckt eben in der Einfachheit. Oftmals fehlt ein professioneller Ansprechpartner in „schlechten Anlagezeiten“, der den selbst investierenden ETF-Anleger vor großen Fehlentscheidungen bewahrt.
    An der Auflistung wird deutlich, dass Anleger mit ETFs vergleichsweise wenige Risiken eingehen. Ein völlig anderes Bild tritt bei der Nennung von Chancen und Vorteilen zutage:
  • ETFs ermöglichen kostengünstige Investitionen in nationale, regionale und globale Märkte.
  • Als passive Anlagevehikel konzipiert, kommen ETFs ohne teures Management aus.
  • Lange im Portfolio verbleibend, offerieren ETFs investierten Anlegern alle Renditen, die an den internationalen Märkten erzielbar sind.
  • Exchange Traded Funds können jederzeit an der Börse gekauft oder veräußert werden, die Differenzen zwischen Ankaufs- und Verkaufskursen sind in der Regel sehr gering.
  • ETFs auf bestmöglich diversifizierte Aktienindizes eignen sich hervorragend für den langfristigen Vermögensaufbau respektive die private Altersvorsorge.
  • Viele ETFs sind sparplanfähig und ermöglichen die Geldanlage für Menschen ohne umfangreiches Kapital.
  • Börsengehandelte Indexfonds überzeugen mit transparent nachvollziehbarer Kursentwicklung und sind für private Anleger leicht verständlich.

Fazit zu den ETF

Vermögen für den Lebensabend bauen private Anleger idealerweise langfristig mit ETFs auf große Aktienindizes auf. Die Anlagevehikel überzeugen mit leichter Verständlichkeit, vergleichsweise geringen Kosten und attraktiven Erträgen. Dank der ETF-Sparpläne ist der Vermögensaufbau auch ohne investierbares Kapital möglich.

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Nico Hüsch