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Betriebliche Altersvorsorge – für Arbeitgeber: Eine bAV hat viele Vorteile für Unternehmen

Autor: Benjamin Schulz

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) bietet Arbeitgebern sowie Mitarbeitern eine effiziente Möglichkeit, für das Alter vorzusorgen und dabei steuerliche Vorteile effektiv zu nutzen.

Seit 2019 sind Arbeitgeber gesetzlich dazu verpflichtet, eine bAV für alle Mitarbeiter anzubieten. Viele nutzen die bAV daher auch als Vehikel zur Mitarbeiterbindung und Gewinnung von Talenten.

@sol (unsplash.com)
@sol (unsplash.com)

bAV für Arbeitgeber & Unternehmer –
Das Wichtigste in Kürze:

  • Drei Säulen der Altersvorsorge: Die betriebliche Altersvorsorge baut eine zusätzliche Rente über den Arbeitgeber auf und ist Teil des Drei-Säulen-Modells in Deutschland.
  • Arbeitgeberzuschuss: Seit 2019 sind Arbeitgeber verpflichtet, sich an der bAV der Angestellten mit mindestens 15 % zu beteiligen. Der Arbeitgeberzuschuss kann bis zu 100 % betragen.
  • Steuerliche Vorteile: Die Zuschüsse zur bAV sind von der Steuer befreit. Arbeitgeber können damit Einkommensteuern sowie Sozialversicherungsbeiträge einsparen.
  • Strategisches Recruiting: Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist ein entscheidendes Tool für Unternehmen, um im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte (Recruiting) zu bestehen.
  • Mitarbeiterbindung: Eine effektiv umgesetzte bAV steigert nicht nur die Loyalität der Mitarbeiter, sondern fördert auch deren langfristige Bindung an das Unternehmen.
  • Studienlage: Aktuelle Studien belegen, dass etwa 37 Prozent der Arbeitnehmer sich aufgrund der betrieblichen Altersversorgung (bAV) für ihr aktuelles Unternehmen entschieden haben.
  • Verwaltungsvereinfachung durch Digitalisierung: Moderne digitale Plattformen erleichtern die Verwaltung der bAV, wodurch administrative Prozesse effizienter gestaltet werden können.
  • Versorgungsordnung (VO): Die Erstellung einer klaren VO ist essenziell, um festzulegen, wer welche Leistungen unter welchen Bedingungen erhält.
  • Proaktive vs. minimalistische Ansätze: Unternehmen müssen entscheiden, ob sie die bAV aktiv zur Differenzierung im Markt nutzen oder nur die Mindestanforderungen erfüllen wollen.

Mit der richtigen bAV-Strategie zum attraktiven Arbeitgeber

Viele Arbeitgeber fühlen sich von der Komplexität dieses Themas überwältigt, was oft dazu führt, dass die Potenziale der bAV nicht vollständig ausgeschöpft werden. Es ist entscheidend, die bAV als strategisches Instrument zu begreifen, das nicht nur zur finanziellen Absicherung der Mitarbeitenden beiträgt, sondern auch maßgeblich zur Mitarbeiterbindung und -gewinnung im Wettbewerb um Talente beiträgt. Wer wertvolle Fachkräfte nicht an die Konkurrenz verlieren und neue Talente für sich gewinnen will, kann mit der richtigen bAV die Loyalität und Zufriedenheit der (jetzigen wie zukünftigen) Mitarbeiter erheblich steigern.

Jan Florian Schumacher, Unabhängiger Versicherungsmakler

Entscheidungsmatrix für Arbeitgeber –
eine minimalistische oder proaktive bAV?

Arbeitgeber stehen vor der Wahl, wie intensiv sie die bAV als Instrument zur Mitarbeiterbindung und -gewinnung nutzen möchten. 

Folgende Fragen spielen dabei oft eine wichtige Rolle:

  • Sind Sie es leid, wertvolle Fachkräfte an die Konkurrenz zu verlieren?
  • Haben Sie Schwierigkeiten, talentierte Mitarbeiter langfristig zu binden?
  • Kann Ihre betriebliche Altersvorsorge eine Auffrischung vertragen?
  • Fühlen Sie sich von der Verwaltung der bAV überwältigt?
  • Verlieren Sie potenzielle Mitarbeiter, weil Ihr bAV-Angebot nicht konkurrenzfähig ist?
  • Wie gut kennen Sie die Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter in Bezug auf die bAV?
  • Besitzen Sie eine rechtsgültige Versorgungsordnung (VO)?

Gut zu wissen:
Die Versorgungsordnung (VO) regelt die betriebliche Altersversorgung (und andere Sozialleistungen) in einem Unternehmen. Sie ist wichtig, weil sie klare Richtlinien für die Ansprüche der Beschäftigten definiert, indem sie faire und transparente Regelungen für alle Mitarbeitenden festlegt. Das führt zu mehr Vertrauen und Rechtssicherheit.

Prinzipiell gibt es für die bAV zwei grundsätzliche Herangehensweisen:

  1. Proaktive Arbeitgeber: Diese Gruppe sieht die bAV als attraktives Angebot, um Mitarbeiter zu gewinnen und langfristig zu motivieren. Sie nutzen die bAV aktiv als Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb um Talente und sind bereit, in umfassende Systeme und Vorteile zu investieren.
  2. Minimalistische Arbeitgeber: Unternehmen bieten die bAV primär an, weil gesetzliche Vorgaben dies erfordern. Sie bevorzugen Lösungen, die den geringsten administrativen Aufwand erfordern und meist nur die Mindestanforderungen erfüllen.

Ermittlung des Bedarfs für eine optimale bAV-Strategie

Die Wahl zwischen diesen Ansätzen sollte sorgfältig überlegt sein, da sie signifikante Auswirkungen auf die Unternehmenskultur und die Wahrnehmung des Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber haben kann. Eine gut strukturierte Entscheidungsmatrix hilft dabei, den Bedarf und die Erwartungen der eigenen Organisation zu analysieren und die passendste Strategie zu wählen.

Jan Florian Schumacher, Unabhängiger Versicherungsmakler

Gut zu wissen:
Der gewählte Durchführungsweg und die strategische Ausrichtung sind nicht nur eine Frage der Compliance, sondern auch ein entscheidender Faktor für die langfristige Bindung und Zufriedenheit der Mitarbeiter.

Über die 5 Durchführungswege der bAV 

Die bAV in Deutschland bietet generell fünf Durchführungswege, unterteilt in mittelbare und unmittelbare Wege.

  • Mittelbare Wege: Hierbei erfolgt die Bereitstellung der zugesagten Leistungen durch externe Parteien, wie etwa Versicherungsunternehmen.
  • Unmittelbare Wege: Diese Varianten beinhalten die direkte Abwicklung der betrieblichen Altersvorsorge innerhalb des Unternehmens selbst.

Durchführungswege in der bAV

Unmittelbare DurchführungswegeMittelbare Durchführungswege
PensionszusageDirektversicherung
Pensionskasse
Pensionsfonds
Unterstützungskasse

Für einen dieser Wege sollten sich Arbeitgeber entscheiden, denn seit 2019 müssen sie sich an der bAV ihrer Angestellten mit mindestens 15 % Zuschuss beteiligen.

Hier lesen Sie eine kurze Zusammenfassung.

  1. Direktversicherung: Eine Versicherung durch den Arbeitgeber, finanziert allein oder gemeinsam mit dem Arbeitnehmer. Kann erhebliche Vorteile bringen, deren Nutzen wesentlich von der Beteiligung des Arbeitgebers abhängt.
  2. Pensionskasse: Eine Versorgungseinrichtung, finanziert durch Beiträge beider Seiten, unterliegt der Aufsicht der BaFin. Steuer- und sozialversicherungsfreie Beiträge lassen sie attraktiv erscheinen, obwohl die späteren Leistungen zu versteuern sind. Dieser Weg ist für Arbeitgeber meist uninteressant, da die Pflichtbeiträge zum Pensionssicherungsverein zusätzliche Kosten verursachen.
  3. Pensionsfonds: Investieren Kapital an den Kapitalmärkten und bieten dabei Chancen auf höhere Renditen bei gleichzeitig erhöhtem Risiko. Beiträge sind bis zu bestimmten Grenzen steuer- und sozialabgabenfrei. In der Praxis sind sie jedoch selten anzutreffen und kompliziert umzusetzen.
  4. Unterstützungskassen: Rechtlich selbstständige Einrichtungen für flexible Versorgungspakete ohne Versicherungsaufsicht. Die Finanzierung kann durch das Unternehmen oder durch Entgeltumwandlung erfolgen. Arbeitgeber müssen dabei zwischen sog. “rückgedeckten” und “pauschaldotierten” Kassen unterscheiden.
  5. Pensionszusage (Direktzusage): Eine verbindliche Zusage des Arbeitgebers, die im Alter eine Betriebsrente gewährleistet. Beiträge sind steuerbefreit, mit Sozialversicherungsfreiheit bis zu bestimmten Grenzen.

Verteilung der bAV 2021 nach Durchführungswegen

Durchführungswege nach prozentualer Verteilung in Deutschland
Quelle: statista.com

Ausführlichere Informationen zu den fünf Durchführungswegen finden Sie hier:

>>> Ratgeber: bAV für Arbeitnehmer – Alle Fakten auf einen Blick

Welcher Weg für Ihr Unternehmen?

Jeder Durchführungsweg der betrieblichen Altersvorsorge bietet unterschiedliche Vor- und Nachteile. Eine individuelle Prüfung und Anpassung sind unerlässlich, um die optimale Lösung für Ihr Unternehmen zu finden. Wissen Sie genau, welcher Durchführungsweg in Ihrem Unternehmen umgesetzt ist und ob er den spezifischen Bedürfnissen und Zielen gerecht wird? Eine sorgfältige Analyse und Beratung sind entscheidend, um die bestmögliche Struktur zu bestimmen und so Ihre betriebliche Altersvorsorge effektiv zu gestalten.

Jan Florian Schumacher, Unabhängiger Versicherungsmakler

Gut zu wissen:
Der gewählte Durchführungsweg und die strategische Ausrichtung sind nicht nur eine Frage der Compliance, sondern auch ein entscheidender Faktor für die langfristige Bindung und Zufriedenheit der Mitarbeiter.


„Die betriebliche Altersversorgung ist heute mehr denn je ein unverzichtbares Instrument für Unternehmen, um im Wettbewerb um Talente zu bestehen und gleichzeitig einen Beitrag für die finanzielle Absicherung der Mitarbeitenden zu leisten.“

Gunnar Hasselmann, Director bei PwC Deutschland

Der ideale Durchführungsweg für Arbeitgeber ist die Direktversicherung inkl. Entgeltumwandlung

Die Direktversicherung betrachten wir als idealen Durchführungsweg, besonders wenn sie im Rahmen einer Entgeltumwandlung und hoher Förderung realisiert wird.

Jeder Euro, ein gewonnener Euro?

Der größte Einzelkostenpunkt im Bundeshaushalt ist der Zuschuss zur Rentenversicherung – ein zwölfstelliger (!) Milliardenbetrag. Jeder Euro, der nicht in diesen Zuschuss fließt, ist ein gewonnener Euro für Ihr Unternehmen. Mit einer bAV können Sie die Rentenlücke für Ihre Mitarbeiter verkleinern und ihnen helfen, die Angst vor Altersarmut zu mindern. Besonders junge Menschen profitieren davon, sich ein Stück weit vom (maroden) gesetzlichen Rentensystem zu entkoppeln. Die Direktversicherung eignet sich hervorragend dafür, da sie den Mitarbeitern ermöglicht, steuerbegünstigt in eine Rentenversicherung einzuzahlen und so eine zusätzliche Absicherung im Alter zu schaffen.

Jan Florian Schumacher, Unabhängiger Versicherungsmakler

Was ist das Modell Direktversicherung?

Die Direktversicherung ist eine Form der betrieblichen Altersvorsorge (bAV), bei der der Arbeitgeber eine Art Lebensversicherung für seine Arbeitnehmer abschließt.

Die Besonderheit dieses Durchführungsweges liegt in der Möglichkeit, dass Arbeitnehmer Teile ihres Bruttogehalts einbringen können, was als Entgeltumwandlung bezeichnet wird.

Gut zu wissen:
Diese Beiträge werden direkt vom Gehalt abgezogen, noch bevor Sozialversicherungsbeiträge und Steuern darauf berechnet werden.

Wie funktioniert die Entgeltumwandlung?

Bei der Direktversicherung schließt der Arbeitgeber einen Versicherungsvertrag zugunsten des Arbeitnehmers ab. Die Beiträge können vollständig vom Arbeitgeber getragen, teilweise vom Arbeitnehmer durch Entgeltumwandlung finanziert oder durch eine Kombination beider Methoden aufgebracht werden. 

Gut zu wissen:
Arbeitgeber müssen mindestens 15 % der Beiträge übernehmen. Eine höhere Mitarbeiterbindung erzielen Unternehmen dann, wenn sie zwischen 50 % und 100 % der Beiträge bezuschussen. Eine weitere bewährte Methode ist das Staffelsystem.

Dazu ein Beispiel:

  • Zahlt der Arbeitnehmer 50 Euro (monatlich) ein, bekommt er 25 Euro Zuschuss.
  • Zahlt der Arbeitnehmer 100 Euro (monatlich) ein, bekommt er 75 Euro Zuschuss.
  • Zahlt der Arbeitnehmer 200 Euro (monatlich), bekommt er 150 Euro Zuschuss.

Die Idee: Je mehr sich der Arbeitnehmer einbringt, desto mehr fördert der Arbeitgeber.

Rechenbeispiel bei 100 % Zuschuss:

Wenn Sie als Arbeitgeber 100 % Zuschuss zur betrieblichen Altersvorsorge (bAV) zahlen, kann Ihr Arbeitnehmer monatlich 302 Euro (entspricht 4 % der Beitragsbemessungsgrenze) in die Direktversicherung investieren. 

Der Nettoaufwand für den Arbeitnehmer beträgt in diesem Fall nur circa 75 Euro. Der Arbeitnehmer verzichtet auf nur 75 Euro seines Nettolohns, zahlt aber 302 Euro in seine Altersvorsorge ein. 

Dies zeigt, wie effizient die bAV genutzt werden kann, um die Rentenlücke zu verkleinern und gleichzeitig die finanzielle Belastung für die Mitarbeiter gering zu halten.

Inwiefern profitieren Arbeitgeber von diesem Model?

Das Modell Direktversicherung inkl. Entgeltumwandlung hat für Arbeitgeber einige schlagende Vorteile, die wichtigsten davon wie folgt:

  1. Weniger Steuern: Durch die Direktversicherung mit Entgeltumwandlung können Arbeitgeber die Bemessungsgrundlage für Steuer- und Sozialversicherungsabgaben reduzieren und so Lohnnebenkosten signifikant senken.
  2. Förderung der Mitarbeiterbindung: Eine attraktive betriebliche Altersvorsorge wie die Direktversicherung steigert die Zufriedenheit und Loyalität der Mitarbeiter, indem sie langfristige Wertschätzung bietet und die Bindung an das Unternehmen fördert.
  3. Wettbewerbsvorteil im Recruiting: Ein gutes bAV-Angebot positioniert das Unternehmen im hart umkämpften Arbeitsmarkt als attraktiven Arbeitgeber und spielt eine entscheidende Rolle bei der Gewinnung neuer Mitarbeiter.
  4. Einfache Handhabung und Verwaltung: Die Direktversicherung ist einfach zu verwalten, unterstützt durch umfangreiche administrative Dienstleistungen der Versicherungsanbieter, die den Aufwand für die Personalabteilungen minimieren.
  5. Flexibilität: Die Direktversicherung bietet flexible Auszahlungsoptionen, wie lebenslange Rente oder Kapitalauszahlung, und ermöglicht Mitarbeitern eine individuelle Planung ihrer Altersvorsorge.

Auf die jeweiligen Punkte gehen wir im Folgenden noch genauer ein.

Steuerersparnisse für Arbeitgeber

Im Folgenden beleuchten wir die steuerlichen Vorteile der betrieblichen Altersvorsorge (bAV), die nicht nur den Mitarbeitern, sondern auch den Arbeitgebern deutliche Einsparungen ermöglichen.

Welche Steuern können konkret eingespart werden?

Arbeitgeber können bei der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) vor allem Einkommensteuer auf Unternehmensebene sowie Sozialversicherungsbeiträge einsparen. 

  • Die Beiträge zur bAV sind als Betriebsausgaben absetzbar, was die zu versteuernden Gewinne des Unternehmens reduziert. 
  • Dies führt zu einer direkten Senkung der Einkommensteuerlast
  • Dabei entfallen die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung für die Teile des Gehalts, die in die bAV fließen.
  • Die Höhe der Einsparung hängt von den gesamten geleisteten Beiträgen zur bAV und dem individuellen Steuersatz des Unternehmens ab.

Gut zu wissen:
Bei einem steuerfreien Höchstbetrag von 7.248 Euro im Jahr 2024, der 8 % der Beitrags- Bemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung entspricht, kann ein Unternehmen – abhängig vom Steuersatz – eine ordentliche Summe einsparen.

Beispielkalkulation

Angenommen, ein Unternehmen befindet sich in einer Steuerklasse, die eine Kombination aus Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer von insgesamt 30 % unterliegt. 

Wenn das Unternehmen den maximalen Betrag von 7.248 Euro pro Jahr in die bAV eines Mitarbeiters einzahlt, könnte die Steuerersparnis wie folgt aussehen:

Eingesparte Einkommensteuer: 7.248 Euro x 30 % = 2.174,40 Euro Eingesparte Sozialversicherungsbeiträge (20 % Arbeitgeberanteil auf Sozialversicherung):
7.248 Euro x 20 % = 1.449,60 Euro
Insgesamt könnte das Unternehmen also jährlich 3.624 Euro einsparen– pro Mitarbeiter!

Eine gute bAV für bessere Mitarbeiter?

Diese Kalkulation zeigt, dass die bAV nicht nur ein Instrument zur Mitarbeiterbindung und laut aktuellen Studien sogar die Mitarbeitergewinnung darstellt, sondern auch erhebliche steuerliche Vorteile für den Arbeitgeber bietet. Die exakten Einsparungen können je nach Steuersatz des Unternehmens und anderen lokalen Abgaben variieren, sind jedoch in jedem Fall signifikant.

Jan Florian Schumacher, Unabhängiger Versicherungsmakler

Aktuelle Studien belegen Mitarbeiterbindung und weitere Vorteile

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist nicht nur ein wesentlicher Bestandteil der Alterssicherung, sondern auch ein entscheidender Faktor für die Attraktivität von Arbeitgebern. Trotz ihrer Bedeutung wird die bAV von vielen Unternehmen noch nicht vollständig als strategisches Instrument im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte genutzt.


„Mehr als ein Drittel – 37 Prozent – der Mitarbeitenden haben sich wegen der bAV für ihren derzeitigen Arbeitgebenden entschieden. Für 50 Prozent ist sie ein wichtiger Grund, bei ihrem jetzigen Unternehmen zu bleiben.“

WTW-Studie „Future of Pensions“

Studien wie die „Future of Pensions“ von WTW zeigen, dass zwar 60 Prozent der Unternehmen standardmäßige bAV-Systeme anbieten, jedoch nur 30 Prozent die bAV aktiv zur Differenzierung im Jobmarkt einsetzen. Diese Zurückhaltung besteht, obwohl klar belegt ist, dass viele Arbeitnehmer die bAV als Hauptgrund für ihre Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber angeben.

70 % nutzen das Modell Direktversicherung

Die „Global Benefits Attitudes Survey“ bestätigt, dass fast drei Viertel – 70 Prozent – der Unternehmen gemischt finanzierte bAV-Systeme anbieten, was zeigt, dass Beiträge sowohl von Arbeitgeberseite als auch durch Entgeltumwandlung der Beschäftigten geleistet werden. 

Diese Flexibilität und finanzielle Unterstützung tragen maßgeblich dazu bei, dass die bAV als eine tragende Säule der Altersversorgung wahrgenommen wird und die Mitarbeitenden ihr eine hohe Bedeutung beimessen.

Drei Viertel nutzen kapitalmarktorientierte Modelle

Kapitalmarktorientierte Modelle der bAV biete einen nachhaltigen Inflationsschutz und erhöhen auch die Chance auf bessere Renditen, da sie die Zinsrisiken auf die Mitarbeitenden übertragen, was von diesen durchaus begrüßt wird.

Gut zu wissen:
Kapitalmarktorientierte Modelle sind bei etwa drei Vierteln der befragten Unternehmen in Anwendung, was die Relevanz und das Potenzial der kapitalmarktorientierten bAV in der modernen Arbeitswelt unterstreicht.

„Entscheidend für die Gewinnung von Talenten”

Die aktuelle Studie „Betriebliche Altersversorgung 2024“ von PwC Deutschland zeigt weiterhin, dass die bAV zunehmend als kritischer Faktor für die Wahl des Arbeitgebers angesehen wird, wobei 96 Prozent der Unternehmen bestätigen, dass eine konkurrenzfähige bAV entscheidend für die Gewinnung von Talenten ist.

Gut zu wissen:
23 Prozent der Unternehmen wissen nicht genau, wie der Beitrag ihrer bAV-Zusage ermittelt wird, was auf einen erhöhten Bedarf an Klarheit und Beratung in diesem Bereich hinweist.

Zusammenfassend bestätigen diese (und andere ähnliche) Studien, dass die bAV ein unverzichtbares Werkzeug für Unternehmen darstellt, um im Wettbewerb um Fachkräfte zu bestehen und gleichzeitig zur finanziellen Sicherung der Mitarbeitenden beizutragen. 

Angst vor Altersarmut proaktiv bekämpfen

Rund die Hälfte der Menschen in Deutschland hat nach einer neuen Umfrage Angst vor Altersarmut (48 Prozent). Besonders die jungen Talente und Nachwuchskräfte, die unsere Wirtschaft dringend braucht, blicken pessimistisch in die Zukunft. Eine neue Studie mit mehr als 2.000 Befragten zeigt: Die junge Generation sieht ihre finanzielle Zukunft düster. 

Eine gut gestaltete betriebliche Altersvorsorge (bAV) kann dazu beitragen, diese Sorgen proaktiv zu bekämpfen und den Mitarbeitern eine sichere Altersvorsorge zu bieten.

bAV-Verträge strategisch nutzen

Die Herausforderungen und Möglichkeiten der bAV sollten von jedem Unternehmen sorgfältig geprüft und strategisch genutzt werden, um sowohl die Mitarbeiterbindung zu stärken als auch den organisatorischen Aufwand effizient zu gestalten.

Jan Florian Schumacher, Unabhängiger Versicherungsmakler

Eine gute Verwaltung der bAV ist Goldwert

Eine effektive Verwaltung der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) ist entscheidend für den Erfolg des Programms und die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Die Digitalisierung spielt hierbei eine zentrale Rolle, da sie die Prozesse vereinfacht und die Flexibilität erhöht.

Optimierung durch fortschrittliche Digitalisierung

Moderne digitale Plattformen ermöglichen es Maklern und Unternehmen, Angebote verschiedener Anbieter nahtlos zu integrieren und zu verwalten. Diese Systeme unterstützen die Verwaltung von Versicherungspolicen und Modellen, allerdings mit der Einschränkung, dass sie oft nicht für die Verwaltung von Fremdverträgen ausgelegt sind. Neu gewonnene Mitarbeiter besitzen aber öfter bereits Verträge von anderen Firmen – und das sollten Arbeitgeber bei der Digitalisierung Ihrer bAV sorgfältig bedenken.

Jan Florian Schumacher, Unabhängiger Versicherungsmakler

Gut zu wissen:
Arbeitgeber können über die betriebliche Altersvorsorge ihren Mitarbeitern finanzielle Zusagen für verschiedene Lebenssituationen machen, einschließlich:

  • Altersversorgung
  • Versorgung für Hinterbliebene im Todesfall
  • Absicherung bei Invalidität durch Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit

Solche und andere Details sollten Arbeitgeber idealerweise in der sog. Versorgungsordnung festschreiben.

Versorgungsordnung (VO) erstellen und maximal flexibel bleiben

Die Flexibilität in der Arbeitswelt nimmt zu, und Arbeitnehmer erwarten zunehmend, dass ihre Arbeitgeber diese unterstützen, sei es durch reduzierte Arbeitsstunden, Sabbaticals oder flexible Karrierewege. 

Eine gut durchdachte Versorgungsordnung (VO), die als “Verfassung der bAV” – (auch als “10 Gebote der bAV” bezeichnet) – in einem Unternehmen dient, ist eigentlich unerlässlich. Denn sie legt detailliert fest, wer welche Leistungen unter welchen Bedingungen erhält. So können Konfliktpotenziale präventiv abgewendet werden und arbeitsrechtliche Risiken stark minimiert werden.

Gut zu wissen:
Obwohl Versicherungsmakler nicht direkt an der Erstellung der VO beteiligt sein dürfen, können sie wertvolle Kontakte zu zertifizierten Rechtsberatern und geeigneten Rechtsanwälten vermitteln, die diese Aufgabe übernehmen.

Fazit: Betriebliche Altersvorsorge für Arbeitgeber – Richtig umgesetzt, profitiert ihr Unternehmen

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist für Arbeitgeber mehr als nur eine gesetzliche oder moralische Verpflichtung:

  • Eine gute bAV ist ein strategisches Instrument, das Unternehmen entscheidende Vorteile im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte bietet. 
  • Durch eine gut durchdachte Implementierung und Verwaltung der bAV können Unternehmen nicht nur die Zufriedenheit und Loyalität ihrer Mitarbeiter steigern, sondern auch signifikante steuerliche Vorteile realisieren.
  • Die Erstellung einer klaren und detaillierten Versorgungsordnung (VO) ist dabei ein klarer Vorteil. Sie dient als die “10-Gebote” für die betriebliche Altersvorsorge und legt fest, wer unter welchen Bedingungen Anspruch auf welche Leistungen hat.
  • Hierbei können Makler eine entscheidende Rolle spielen, indem sie die passende betriebliche Altersvorsorge für jedes Unternehmen individuell auswählen und bei der digitalen sowie administrativen Umsetzung helfen.

bAV als Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb

Ein zentraler Aspekt für die erfolgreiche Umsetzung der bAV ist die Wahl des richtigen Partners. Ich arbeite schon seit vielen Jahren nicht nur als Vermittler zwischen den Versicherungsanbietern und den Unternehmen, sondern auch als Berater, der die spezifischen Bedürfnisse eines Unternehmens verstehen und die jeweils passendste bAV-Lösung vorschlagen kann. In der Hauptsache geht es darum, die komplexen Angebote der verschiedenen Anbieter zu durchblicken und die besten Konditionen herauszuarbeiten, die den Unternehmen und ihren Mitarbeitern am meisten zugutekommen. Vereinbaren Sie dazu gerne einen Termin mit mir. Ich freue mich, Sie persönlich kennenzulernen.”

Jan Florian Schumacher, Unabhängiger Versicherungsmakler

FAQs – zur betrieblichen Altersvorsorge für Arbeitgeber

Was zahlt der Arbeitgeber bei betrieblicher Altersvorsorge?

Arbeitgeber können sich an der bAV beteiligen, indem sie Beiträge leisten, oft in Form eines Arbeitgeberzuschusses von mindestens 15 % bis hin zu 100 %. Ab 75 % Arbeitgeberanteil lohnt sich die bAV fast immer für alle Mitarbeiter.

Sind Arbeitgeber verpflichtet, betriebliche Altersvorsorge anzubieten?

Ja. Seit 01.01.2002 sind Arbeitgeber in Deutschland verpflichtet, ihren Mitarbeitern eine bAV im Rahmen der Entgeltumwandlung anzubieten. Seit 2019 gilt für Neuzusagen, dass grundsätzlich 15 % Zuschuss zu leisten sind. Seit 2022 gilt dies auch für Bestandsverträge. Dabei stehen Ihnen 5 Durchführungswege zur Verfügung.

Kann der Arbeitgeber die bAV komplett übernehmen?

Ja, der Arbeitgeber kann die Beiträge zur bAV vollständig übernehmen, was die Attraktivität als Arbeitgeber steigern und zur Mitarbeiterbindung beitragen kann.

Wie viel spart der Arbeitgeber bei bAV?

Arbeitgeber sparen durch Steuervorteile, da Beiträge zur bAV als Betriebsausgaben bis zu 100 % absetzbar sind. Die genaue Ersparnis hängt von der Beitragshöhe, der steuerlichen Situation des Unternehmens und des gewählten Durchführungsweges ab.

Wann lohnt sich die bAV nicht?

Die bAV lohnt sich weniger für Arbeitnehmer, wenn hohe Verwaltungskosten und niedrige Renditen die Vorteile überschatten oder wenn der Arbeitgeber einen zu geringen Zuschuss leistet.

Bei welchem Gehalt lohnt sich eine bAV?

Die bAV lohnt sich grundsätzlich für alle Gehaltsklassen, besonders wenn der Arbeitgeber einen Zuschuss von 75 % oder mehr leistet. Die Vorteilhaftigkeit hängt jedoch von den individuellen Bedingungen und der gewählten Durchführungsform ab.

Kann der Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge ablehnen?

Ein Arbeitgeber kann die Durchführung spezifischer bAV-Modelle ablehnen, muss aber gemäß gesetzlicher Vorgaben mindestens eine Form der bAV anbieten. Durch die Versorgungsordnung (VO) hat der Arbeitgeber weitreichende Möglichkeiten zur Gestaltung.

Kann der Arbeitnehmer eine betriebliche Altersvorsorge ablehnen?

Ein Arbeitnehmer kann sich entscheiden, das Angebot des Arbeitgebers nicht zu nutzen und die bAV ablehnen. Wichtig ist, dass diese Entscheidung freiwillig ist und der Arbeitgeber den Arbeitnehmer über die Vor- und Nachteile umfassend informiert. Eine Dokumentation der Beratung durch einen unabhängigen Versicherungsmakler ist empfehlenswert.

Wie sinnvoll ist eine betriebliche Altersvorsorge?

Die bAV ist eine sinnvolle Ergänzung (aber kein Ersatz) der privaten Altersvorsorge, die steuerliche Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber bietet und zur Mitarbeiterbindung beiträgt – vorausgesetzt der Arbeitgeberanteil beträgt 75 % oder mehr.

Wie viel sollte man in die betriebliche Altersvorsorge einzahlen?

Die Einzahlungshöhe sollte basierend auf persönlichen Altersvorsorgezielen, der Rentenlücke und dem verfügbaren Einkommen bestimmt werden. Arbeitgeberzuschüsse erhöhen die Effizienz der Beiträge.

Was bleibt von 1.000 Euro Betriebsrente?

Von einer Betriebsrente von 1.000 Euro bleiben nach Abzug von Steuern und ggf. Sozialversicherungsbeiträgen im Ruhestand Nettoleistungen, die abhängig vom individuellen Steuersatz sind. Pi mal Daumen bleiben zwischen 600 und 700 Euro.

Wie läuft eine betriebliche Altersvorsorge ab?

Die bAV beginnt mit der Wahl des Durchführungswegs und der Festlegung der Beitragszahlungen. Im Rentenalter erfolgen dann die Auszahlungen gemäß den vereinbarten Konditionen.

Kann man die betriebliche Altersvorsorge von der Steuer absetzen?

Ja, Beiträge zur bAV können steuerlich geltend gemacht werden. Für Arbeitgeber sind sie als Betriebsausgaben absetzbar, Arbeitnehmer profitieren von steuerfreien Beiträgen bis zu bestimmten Grenzen. Ob es sich am Ende lohnt, sollte vorab genau durchgerechnet werden. Durch den Einsatz moderner Beratungstools können gut ausgebildete Berater den Brutto-Netto-Hebel und die Förderquote exakt und verständlich darstellen.



Fühlen Sie sich von der Verwaltung der bAV überwältigt?
Kann Ihre betriebliche Altersvorsorge eine Auffrischung vertragen?