2026 bis 2050: Gerät das Wirtschaftswachstum an seine Grenzen?

Zuletzt aktualisiert: 12. Januar 2026
3 Minuten Lesedauer
Grafik: Krise des US-Aktienmarktes

Die Frage ist natürlich, ob ein solches Wachstum (wie in der Grafik) auch in Zukunft möglich ist, oder noch radikaler gefragt: Ist überhaupt noch ein Wachstum möglich – angesichts der vielen Kriege, Krisen und insbesondere der Klimakrise? 

Kann es mit dem Wachstum der letzten 200 Jahre wirklich immer so weiter gehen, also aufwärts? Es gibt einige, lautstarke Kritiker, welche in einem endlichen System wie unserer Erde ein andauerndes Wirtschaftswachstum für unmöglich halten. Doch das ist so nicht korrekt. 

Zwei Aspekte sind dabei nicht unwesentlich:

  1. Die UN rechnet bis 2050 mit einem Bevölkerungswachstum von derzeit 8 auf 10 Mrd. Menschen.
  2. Wachstum und Klimaschutz schließen sich nicht (zwangsläufig) aus.
Statistik Entwicklung der Weltbevölkerung bis 2100
© statista.com

Zunächst zum Bevölkerungswachstum bzw. zur Frage: Warum bedeutet ein Anstieg der Weltbevölkerung auch ein potentielles Wachstum für die Weltwirtschaft? 

Die wichtigsten Argumente lauten so:

  • Jeder neu geborene Mensch ist ein potentieller Käufer von Produkten oder Dienstleistungen.
  • Egal ob Smartphone, Windel oder Urlaub am Strand: Jeder Kauf eines Produktes oder einer Dienstleistung bedeutet mehr Gewinn für Unternehmen.
  • Zudem ist jeder Mensch nicht nur Konsument, sondern auch Arbeitskraft.
  • Insbesondere in Schwellenländer wie China und Indien werden immer mehr Menschen in den Mittelstand gelangen und somit mehr Geld in den Wirtschaftskreislauf geben können.
  • Zwischenfazit: Wenn es in Zukunft mehr Menschen gibt, die sich mehr leisten können, führt das logischerweise zu mehr Wachstum.

Nun zum Wirtschaftswachstum bzw. zu der Frage: Muss das Wachstum in einer endlichen Welt (mit endlichen Ressourcen & Rohstoffen) das Wachstum nicht zwangsläufig begrenzt sein?

Grafik vom Umweltbundesamt über Rohstoffe Wachstum Wirtschaft Geldanlage
Das Umweltbundesamt hält im Ressourcenbericht für Deutschland 2022 fest: Durch politische wie technische Ambiotionen ist zwischen 2019 und 2023 ein Rückgang des Rohstoffverbrauchs um mehr als 33 % möglich.

 

Es gibt viele gute Gründe, warum das nicht so sein muss. Genauso wie es gute Argumente dafür gibt, dass wirtschaftliches Wachstum und nachhaltiger Klimaschutz sehr wohl zwei Seiten einer Medaille sein können:

  1. Ein ewiges Wirtschaftswachstum kann nicht existieren, da nur begrenzt Rohstoffe und Ressourcen existieren – so ein oft vorgetragenes Argument – doch die Wirklichkeit sieht etwas anders aus.
  2. Laut Statista besteht das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland zu knapp 70 % aus Dienstleistungen. Dienstleistungen kennen so gesehen natürlich keine natürlichen Grenzen.
  3. Auch weltweit machen den größten Teil nicht Industrie und Produktion aus, sondern der Dienstleistungssektor.
  4. Außerdem gilt: Wenn die Qualität eines Produktes oder einer Dienstleistung steigt, dann kann das durchaus Ressourcen einsparen.
  5. Das beste Beispiel dafür ist das Smartphone, das als Telefon auch Taschenlampe, Fotoapparat, Aufnahmegerät, Taschenrechner u. v. m. mehr ist – ohne die Ressourcen der Produkte zu benötigen, die es enthält.
  6. Wir haben zwar begrenzte Ressourcen, aber neue Technologien streben immer danach, diese begrenzten (oder andere) Ressourcen effektiver und effizienter einzusetzen.
  7. Wir erleben heute schon, wie steigende Preise die Verwendung von Öl und Gas in den Hintergrund drängen und Platz schaffen für neue klimaschonende Energien
  8. Niemand käme jedoch auf die Idee zu glauben, dass Hersteller von Solar- oder Windenergie keine Gewinne erwirtschaften (sollen) – gerade auch weil sie damit nachhaltiges Wachstum schaffen.

Nico Hüsch über nachhaltiges Wachstum

Indem man das Wirtschaftswachstum von der Nutzung zusätzlicher Ressourcen entkoppelt, ist es möglich, das ökonomische Wachstum von den physischen Auswirkungen zu trennen. Ein erheblicher Teil des Wirtschaftswachstums beruht auf Wertschöpfungen und Dienstleistungen, die keinen zusätzlichen Ressourcenverbrauch erfordern oder auf nachhaltige Ressourcen setzen.

Nico Hüsch

Geschäftsführer

Autor: Nico Hüsch

Nico Hüsch ist Wirtschaftsingenieur und hat mit seiner Erfahrung als Unternehmens­berater wesentlich dazu beigetragen, die Nico Hüsch GmbH zum Qualitätsführer zu entwickeln. Heute verantwortet er die Beratungsqualität, die Produktauswahl im Anlagebereich und die Investmentportfolios.

Kontinuierliche Verbesserung für eine bestmögliche Kundenzufriedenheit liegt ihm sehr am Herzen.

Das erwartet Sie auf dieser Seite

Newsletter

Anmeldung zu unserem unregelmäßigen Newsletter zum Thema Geldanlage.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen
Inhaltsverzeichnis